Ein fünfeckiges Haus liegt in dieser zwielichtigen Gegend des Geschäftsbezirks. Es ist schon etwas verfallen, voller Eulennester und eine Gestalt, bei der man nicht einordnen kann, ob sie noch lebt, liegt am Boden. Unheilvolle Gerüchte ranken sich um den Laden, den alle nur “Echsenschwanz” nennen. Man sagt, er würde verbotene Ware verkaufen, doch bisher kam niemand aus den zuständigen Behörden um dieses Gerücht zu überprüfen. Zusätzlich hat der Besitzer eine Bar in seinem Laden installiert, was aber nur Spesen mit sich brachte, da weiterhin wenige Leute das Haus besuchen. Es stinkt nach Hinterlassenschaften von Hunden und es geht weiterhin das unheilvolle Gerücht um, der Besitzer habe Leichen im Keller.
“Ach…schhhhon wieder nichtsssss…mach ich für heute eben zzzzu…”
Das zischende Wesen legt das Schild an der Tür um und geht durch die Stadt spazieren… Der Hintereingang bleibt unverriegelt.
Mit ungläubigen Blicken nähert sich der Kardinal dem alten Gebäude.
oO Mein Kaiser!! Oo, denkt er bei sich. oO So eine Schlamperei. Das hätte doch abgerissen gehört. Wenn man nicht alles selber macht. Und jetzt ist jemand eingezogen. Dann muss es erst mal stehen bleiben. Ohnehin - diese außergewöhnliche Architektur - ich glaube, der Stadtrat muss sich auch noch Gedanken über den Denkmalschutz machen! Oo
Er geht näher an das Gebäude heran. oO Schon geschlossen! Hhhmmm … ich werde wohl morgen wiederkommen müssen. Es interessiert mich, wer freiwillig in so etwas einzieht! Nun ja, vielleicht ist der Tee bei der Elfe ja noch warm. oO Noch mehrfach über die Schulter zurück blickend geht der Kardinal wieder seiner Wege.
[FONT=Comic Sans MS]“Kleinen Moment, Herr Chef”, tönt eine altbekannte Stimme von hinter dem Kardinal. “Wenn Ihr wollt … die Hintertür ist offen.” Minister Screw tritt aus einer Seitengasse hervor und schleift eine bewusstlose Gestalt hinter sich her. Scheinbar hat er diesen Umstand vergessen, denn er folgt Tufirs fragenden Blick. “Oh”, er lässt den Körper fallen. “Entschuldigt … viel übermütiges Gesindel hier, aber ich nenne es doch irgendwie >>Zuhause<<.” Der Ork verbeugt sich vor seinem Kardinal und fährt dann fort. “Ich habe den werten … Herren, sagen wir mal, dass es ein Herr ist … beim Einzug beobachtet und festgestellt, dass er rein rechtlich wohl in meinen Verantwortungs-Bereich fällt … Ihr wisst schon, wahrscheinlich Schmuggel und so. Aber ich habe mir überlegt, dass er vielleicht von Nutzen sein könnte. Ich will mir das noch ein wenig ansehen, bevor ich die Wache auf ihn hetze … was vielleicht gar nicht notwendig sein muss.” Screw wartet kurz und bohrt dann leicht nach. “Was meint Ihr, werter Kardinal?”[/FONT]
Der Kardinal bleibt stehen, als er sich angesprochen fühlt. Skeptisch betrachtet er den Ork, erkennt die Ministerinsignien und meint schließlich. “Na gut, schaden kann es nicht. Geht voran und zeigt mir, wie ihr normalerweise arbeitet!” Dabei grinst er den Ork entwaffnend an!
[FONT=Comic Sans MS]Screw zieht einen Flunsch. “Normalerweise … als wenn meine >normalen< Methoden ein großes Geheimnis wären”, murmelt er in seinen Bart. Dennoch neigt er zustimmend seinen Kopf und führt den Kardinal um die Ecke in eine Sackgasse. Dort hebt er eine Kiste leicht an, fasst darunter und neben ihm öffnet sich ein Spalt im Bretterzaun, gerade breit genug, dass sich der Ork seitlich hindurchquetschen kann. Sobald Tufir ihm gefolgt ist, schließt sich der Spalt wieder und der Kardinal sieht, wie Screw die Hintertür kritisch mustert. “Dann schaun wir mal, wie fleißig der hier schon war.”[/FONT]
Der Besitzer des Echsenschwanzes kommt nach Hause und öffnet seinen Laden wieder. “Ssssstimmen an der Hintertür…wer mag dasssss wohl ssssein?” Er geht durch die mit blauen Fackeln spärlich beleuchtete Hütte und sieht sich durch den Türspion um. dann räumt er einige Kerzen in die Ecke, die nun aussieht wie in einer Kirche, verbrennt einige brisante Dokumente von Sitzungen im Kaiserdom und räumt die Zuchtversuche in die Ecke. “Kommt nur rein…” Freigiebig öffnet er die Tür. “Die werten Beamten des Kaisssssssersssss…wie kann ich behilflich sssssein?”
[FONT=Comic Sans MS]Nur kurz ist Screw die Überraschung anzumerken, dass der Eigentümer des Hauses so schnell wieder zurück ist. “Oha”, entlässt er diese offen in die Freiheit, um den Kurs geschickt zu ändern. “Dann stimmen die Gerüchte also, dass es einen neuen Bewohner hier gibt.” Der Ork nickt dem verhüllten Wesen knapp grüßend zu. “Ich bin Minister Screw, und möchte sie, zu allererst, hier willkommen heißen.” Dann wendet er sich halb um und weist mit einer Hand auf Tufir. “Dies ist unser hochverehrter Kardinal Tufir.” Ohne eine weitere Einladung abzuwarten marschiert Screw an dem Hausherren vorbei in das Gebäude und beginnt sich ungeniert umzusehen. "Darf ich fragen, welcher Art Euer Geschäft hier ist?"[/FONT]
Der Besitzer verbeugt sich, seine Kutte immer noch nicht abgelegt. “Ssssseid gegrüßßßßt, Minissssster Ssssscrew und Kardinal Tufir. Man könnte mein Geschhhhäft…einen Antiquitätenladen bezeichnen.” Die Fackeln im Inneren schlagen einen Grünton an. Die Kerzen in der Ecke ebenfalls.
Tufir beginnt unvermittelt zu grinsen. Nicht nur, dass es sich sehr seltsam anhört, wenn ein Ork in grün von einem Roten redet, jetzt brennen auch noch die Fackeln und Kerzen in Grün. Das verspricht interessant zu werden. Mit einem Nicken in Richtung Kuttenträger betritt auch er die Räumlichkeiten
“Darf ich Euch etwassss anbieten? Mein Geschhhhäft issssst noch sssssehr jung…kommt fassssst niemand.” Er sieht Tufir auf die Kerzen starren. “Dassss sssssind Sssstim-Kerzzzzen und Fackeln…verändern die Farbe der Flamme nach Ssssstimmung dessssjenigen, der sssssie alsssss erssssster berührt.”
“Aha!” meint Tufir in Richtung Kuttenträger. “Essen? - Jetzt, wo ihr es sagt. Ich habe wirklich Hunger, bei der Elfe gab es ja nur Kekse. Was habt ihr denn anzubieten?”
“Filetssssteak nach Art dessss Hausssssesssss…Moment.”
Er nimmt eine grünliche Zigarre in den Mund und zündet sie an einer Kerze an. Sofort wird das Stottern leichter. “Dann gibt es die Trolltelini…kann ich nur empfehlen…lebender Wackelpudding…kein Wunder, dass so wenig Gäste kommen.”
“Ja, wer vorn reinkommt, bekommt Gaumenkitzel. Wer den Hintereingang beutzt, ist in meinem Antiquitätenladen.” Plötzlich trat er gegen einen Lumpenhaufen.
[FONT=Comic Sans MS]“Antiquitäten UND Speisen? Na zum Glück haben wir noch keinen Gesundheitsminister. Ich hoffe, Ihr verwechselt bei der Zubereitung nicht mal die Lagerräume … obwohl … die Reaktionen Eurer Gäste darauf wären sicher nicht uninteressant.” Der Minister grinst verschlagen, dann wird sein Gesicht schlagartig wieder ernster. “Welche Art von Antiquitäten?”[/FONT]
Er kramt einen Kopf aus dem Lumpenhaufen. “Schlaf woanders, Penner!”
Er wirft ihn in hohen Bogen raus, wie man es nur aus Comics kennt.
“Und nun zum Geschäftlichen…hier haben wir einen eingelegten Pistolenfrosch…die Stim-Kerzen können gelöst und dann verkauft werden…dann haben wir hier beißende Schuhe, die öfter von unglücklichen Ehefrauen gekauft und dem Mann geschenkt werden…”
[FONT=Comic Sans MS]“Pistolenfrosch?” Der Inhaber des Echsenschwanzes hat die volle Aufmerksamkeit des Orks. “Sehen wollen. Wie funktioniert das Teil? Wie viel Schuss? Internes Magazin, Trommel oder Ladestreifen? Kaliber? … Züchtbar?”[/FONT]
“Der Pistolenfrosch ist eigentlich eine lebende Pistole, die den Vorteil hat, dass man sie nicht mit rumschleppen muss. Er geht einem nach und die Kugeln werden aus dem eigenen Kreislauf produziert. Züchtbar, sehr wohl.” Der Frosch im Glas quakt lautlos. “Mir tut es im Herz weh, so etwas zu verkaufen…aber egal.”
[FONT=Comic Sans MS]Screw betrachtet das Tier und will eben Fragen bezüglich der Befehlsübermittlung, Fortbewegungsgeschwindigkeit und Zielgenauigkeit stellen, da stutzt er wegen der letzten Bemerkung. Mit je einer waagsechten und einer nach oben gewölbten Augenbraue fixiert er sein Gegnüber. “Hä? Wie meint Ihr das genau?”[/FONT]