Gegenleistung fürs Meistern?

Hallo zusammen, hätte da mal eine Frage zu SL die Runden gegen Geld anbieten und wollte dafür nicht ein neues Thema aufmachen

wie handhabt es eig. Wenn ein Spieler nicht zahlt und das Mitte in der Kampagne passiert?

Wird man erst ermahnt oder vllt. Direkt rausgeworfen?

was passiert dann Ingame mit dem Charakter?

mich würde es einfach mal interessieren

Ich ergreife mal die Gelegenheit aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Bei meinem “Modell” ist es ganz einfach. Man bezahlt nur für Sessions an denen man teilnimmt und hinterher. Also hat man automatisch eine “Geld zurück Garantie” in dem man, falls einem die Runde nicht gefallen hat, einfach nicht bezahlt. Hat natürlich die Konsequenz dass man dann vermutlich nicht mehr teilnehmen kann. Ich “ermahne” nicht. Ich erinnere freundlich, falls eine Zahlung aussteht, ich gehe immer erstmal davon aus dass Derjenige es vergessen hat.

Ich finde die Argumente die hier vorgebracht werden teilweise recht interessant. Aber Vieles ist zu unspezifisch. Es ändert sich Einiges von Online zu Tisch. Es ändert sich Einiges von Freunde/Bekannte zu Fremden Spielern. Und es ändert sich Vieles, und das ist deutlich hier in diesem Thread zu lesen, durch die Erfahrungen die Menschen gesammelt haben.

Ich leite nur noch Online. Daher spielt für mich der ganze Aspekt mit “Spielort stellen”, “Versorgung”, “Anreise” etc. keine Rolle.

Das Leiten für eine Gegenleistung (5€ pro Session) hat für mich folgende Aspekte:

  • Es besteht allgemein ein Mangel an Spielleitern
  • Ich kann etwas finanzielle Unterstützung brauchen (Erwerbsminderungsrente)
  • Ich würde ohne Gegenleistung u.U. die Motivation verlieren (Privat schon passiert)
  • Ich habe Kosten (15€ Foundry/Monat + Module) die ich sonst nicht hätte
  • Ich nehme die Sache ernster und investiere sehr viel Zeit (20+/Woche)
  • Spieler sind geneigt(er) sich um die Termine zu bemühen (Anwesenheit/Konzentration)
  • Ich gehe auf jeden Spieler gezielt ein. (So gut sie es möglich machen)

Ich habe mit der Sache vor ca. 5 Monaten angefangen (knapp 1 Monat Vorbereitung/Suche). Bisher 10 Sessions + 2 Session Zero mit der aktuellen 5er Truppe “gespielt” und 3 Termine sind bisher ausgefallen (wir spielen nur wenn maximal Ein Spieler fehlt)

Es gab bisher nur wenige Probleme. Ein Spieler ist recht früh, aus persönlichen Gründen ausgestiegen. Ein Spieler, der später dazu kam, hatte leider nicht so recht in die Gruppe gepasst. Und natürlich die üblichen technischen Probleme (Internet, Mikro, Browser). Keiner der Spieler hatte bisher Anstalten gemacht Dinge zu FORDERN die “Unredlich” wären.

Meiner Meinung nach ist dieses Projekt eine Win-Win Situation. Mich nimmt es in die Verantwortung am Ball zu bleiben und den “Service” stetig zu verbessern und die Spieler haben einen Anreiz ihre Zeit nicht zu verschwenden.

Und nur um das klar zu stellen. Ich sehe mich nicht als herausragenden Spielleiter an oder denke dass ich Irgendetwas “Besonderes” biete was Andere Spielleiter im Privaten nicht bieten können/wollen.

Meine “Arbeit” macht mir bis zu einem gewissen Grad auch Spaß. Aber im privaten Umfeld ist man schneller dabei Dinge schleifen zu lassen. Mal einen Termin ausfallen zu lassen etc. weil man keine Konsequenzen zu befürchten hat. Außer dass manche Freunde genervt reagieren können und dann keine Lust mehr haben sich in Zukunft auf Runden einzulassen.

Ein Nachteil des Modells, das muss ich klar sagen, ist natürlich dass man sich seine Spieler nur bedingt aussuchen/vor sortieren kann. Was u.U. auch dazu führen kann das manche Spieler unzufrieden mit den Mitspielern sein können. Wenn einer der Spieler z.B. einen sehr hohen Anspruch an das Rollenspiel hat und ein Mitspieler sehr zurückhaltend/unerfahren ist oder sogar eine “störende” Art hat (wenn auch ggf. nur für den einen Spieler). In so einem Fall muss man dann kommunizieren und abwägen wie man damit umgeht. Ich bin z.B. eher abgeneigt voreilig Entscheidungen zu treffen. Ich beobachte so etwas erst einmal und spreche mit den Betroffenen. Manchmal lösen sich solche Konflikte automatisch. Wobei ich sagen muss dass ich in meinen fast 30 Jahren als Spieler/SL noch nie eine Gruppe hatte wo nicht ein “Sorgenkind” dabei war oder anderweitig Gruppenintern hin und wieder leichte Spannungen aufgetreten wären.

Aber um noch mal etwas Grundsätzliches zu der Thematik zu sagen. Es ist ein ANGEBOT, niemand wird dazu gezwungen es anzunehmen. Es wird (zumindest von Mir) ganz klar kommuniziert, dass es ein bezahlter Dienst ist, es liegt also keine Täuschung vor. Und man hat alle Vorteile als Spieler, sich der Sache wieder zu entziehen, wenn es doch nichts für Denjenigen ist.

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Na da nutze ich doch auch mal die Chance.

Wir deutschen Falle in dieser Szene ja leider sehr oft negativ auf. Gerade auf Tabletop Turnieren oder internationalen RPG Szenen. Ich danke wir habe ein sehr konservatives Verständnis von Geld und Wertigkeiten.

Der Gute Voice hier hat halt schon nen Punkt. Er rechnet pro Session ab und nicht pro Anmeldung. So viel Fairness bekommt man nicht mal im Kino.

Wenn ich nun einen Spielleiter finde welcher Geld verlangt, im Austausch für seine Leistung, dem Verlange ich dementsprechend ab. Nämlich so viel wie es eben gerecht scheint.

Einige Spielleiter welche in höchsten Tönen von sich sprechen, verhalten sich autoritär und bieten relativ wenig Innovation. Einsatz von Medien beschränkt sich auf das Material der genutzten Web Hosts und literarische Ergüsse sind die Seltenheit. Das ist nun mal eine ausgesprochene Wahrheit. Ich würde mal raten das die Dunkelziffer jener SL, die in der Lage sind eine drei-Akt Struktur zu etablieren bei einem drittel sind. (Hoch angesetzt)

Sobald ein SL Geld für seine Leistung bezieht wird sie nun mal professionalisiert. Er sollte Medien und Literatur gezielt und effizient Einsetzen. Er sollte sich seiner sozialen und psychologischen Pflicht bewusst werden und stehts bemüht sein, das bestmögliche Erlebnis zu bieten.

Voice hat im Großen und Ganzen recht und niemand wird gezwungen für PnP Geld zu bezahlen, also scheint mir ein teils aggressiver Umgang, wie hier (teilweise) sehr unnötig.

Danke für den Post, die Diskussion ist auf jeden fall spannend.

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Nur mal so am Rande, die Amis sind uns da schon mehrere Schritte voraus :wink:

Während hier noch diskutiert wird, ob es akzeptabel ist und für manche ein Verbrechen, haben sie dort schon eine ganze Platform dafür entwickelt auf der tausende GMs das bereits als Vollzeit Beruf machen:

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Moin, ich arbeite seit 2007 als SL in einem Jugendzentrum und leite dort jede Woche eine kurze Session Pen&Paper Rollenspiele.

Der Unterschied ist, dass ich mich im privaten stark weiterentwickelt habe und klare Wünsche habe was für mich spielspaßbringendes Pen&Paper ist. Ich sehe mich zudem als Mitglied einer Gemeinschaft und sehe den Spielspaß aller im Vordergrund.

Im Jugendzentrum hingegen und auch die hier thematisierten SL sind Dienstleister. Man wird für kreative Arbeit bezahlt (+ die ganzen organisatorischen Dinge). Ich habe im JZ ein wenig Einfluss auf die Teenager und auch, wen ich in die Gruppe aufnehme. Es ist freiwillig und wer massiv stört, den darf ich rauswerfen (wobei ich vorab natürlich pädagogisch alles ausprobiere, um es hinzubekommen).

In einer Runde mit Erwachsenen, in denen ich als Dienstleister SL tätig wäre, wäre ein Rauswurf einer von mir unerwünschten Person schwieriger. Schließlich werde ich bezahlt. Wenn eine Freundesgruppe mich anheuert, dann ist es schwierig einen aus diesem Kreis nicht zum P&P einzuladen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass man als dienstleistende SL mehr Kompromisse eingehen muss, was den Spielstil der Gruppe, Charakterkonzepte, Abenteuer-Wünsche etc angeht.

Sir Dagonet schrieb ja auch, dass er erwarten würde Medienkompetenz und Literatur gezielt und effizient einzusetzen. Also jeder, der eine SL bezahlt hat eine Erwartungshaltung. Wenn eine SL das schon mehrfach gemacht kann sie sicherlich klar formulieren, was erwartet werden kann zu welchem Preis.

Im JZ habe ich hin und wieder kreative Einbrüche, muss aber liefern. Hier habe ich mir Ende 2024 die Hilfe von KI geholt, denn Planung geht einfacher.

Als bezahlter SL hätte ich eine zu große Sorge kreativ auszubrennen oder dann zu schlechte Leistung abzurufen. Das brauche ich neben meinem normalen Job in der Grundschule ehrlich gesagt nicht. Ich erfreue mich, wenn die Spielerschaft mein Essen bezahlt :smiley:

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Verallgemeinerung, genau das was es braucht…

Abgesehen davon kann man so einen Dienst in DE nicht ohne weiteres Anbieten, abseits vom Gewerbe muss man dann auch sicherstellen das darüber keine Geldwäsche getätigt wird etc.

Und ob man das als Beruf machen will muss jeder für sich selbst entscheiden für mich wäre das nichts.

Bin da auch bei Tealk.

Was ich auch als Problem sehen würde ist das sich Freundschaften gar nicht entwickeln. Gerade durch das Pen and Paper spielen haben sich bei mir super tolle Freundschaften entwickelte die ich nicht mehr missen möchte.

ich glaube das wäre wirklich schwieriger geworden wenn der SL seine Dienstleistungen angeboten hätte

@Kuma @Tealk Kann sein, dass mein Kommentar hier falsch ankam. Ich wollte keinesfalls sagen, jeder **muss** seine Runden gegen Geld anbieten und dass das die einzige wahre Methode ist.

Es ging mir nur darum, zu zeigen, dass diese Möglichkeit durchaus besteht und es in diesem Bereich sehr wohl eine große Anzahl an interessierten Spielern gibt, die Geld ausgeben wollen für diese Dienstleistung. (Weil hier oder in einem anderen Thread manch einer behauptete, mehr als 5€ würde ja eh keiner für so etwas zahlen wollen.)

Aber natürlich können und sollen Leute dieses Hobby nur rein zum Spaß machen, ich mache das ja auch selbst mit meiner Runde :grinning_face_with_smiling_eyes:. Die beiden Möglichkeiten schließen sich ja nicht aus.

Ich überlege mir zB für die Zukunft, ob ich meinen normalen Job nicht um ein paar Stunden pro Woche reduziere, und stattdessen eine bezahlte Runde zu leiten anfange, zusätzlich zu meiner reinen Hobbyrunde.

Ich bin mir nicht sicher, was genau ich verallgemeinert habe, aber ich hoffe ich konnte es mit meinem Kommentar oben aufklären.

Die Erwartungshaltungen sind da denke ich das A und O. Was will ich vom Rollenspiel und was erwarte ich von der SL?

Wenn ich online einen Dungeon Crawler anbiete, ein/zwei Ambiente NSC spielen, für Monster würfel, die in ein paar Räume stopfe bis es zum Endkampf kommt, dann muss ich den zwar einmal ausarbeiten und Kartenwerk bereitstellen, kann den aber immer wieder anbieten. Das ganze wird dann eher ein geführtes Brettspiel und viele gerade im amerikanischen Raum wollen genau das.

Anderen ist das viel zu beliebig und möchten mehr charakterzentierte Geschichten, moralische Dilemma, echte Entscheidungen in einer scheinbar endlosen Welt. Und dann wird es unbezahlbar.

Einen gewissen Freibetrag kann man auch ohne Gewerbe verdienen, oder? Wie wenn man als Schüler für Taschengeld des Nachbars Rasen mäht. Da müsste man sich informieren was da erlaubt ist, bevor das Finanzamt klingelt.

Könnten solche Themen in ein spezielles Unterforum oder einfach aus dem Allgemeinen Chat rausgenommen werden. So ein Blabla ist ja nicht förderlich für Alle sondern nur für einzelne. Ob nun wer für das Spielleiten bezahlt werden will (Für und Weder) ist doch schon seit 2008 ein Ding, oder auch nicht, ist doch völlig egal. Das so etwas rein des Diskutierens wegen oder aus was auch immer mehr und mehr breit getreten wird . Da bekommt man ja Kopfaua.

Du musst es ja nicht lesen, kannst diesen Thread doch einfach ignorieren :victory_hand:

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