AW: Genreklassiker - ein SF/Fantasy-Buchkanon
Naja - wenn ich raten müsste, würde ich behaupten, dass Goethe das weniger stören würde als es Germanisten stört…
Bei den Märchen und Sagen tue ich mir deswegen etwas schwer. Zum einen weil das ja im Prinzip Sammlungen von Geschichten verschiedener “Autoren” sind - auch wenn die Gebrüder Grimm beispielweise ihren Stil ganz deutlich eingebracht haben. Zum anderen weil Sagen und Legenden vielleicht doch stilistisch etwas anderes sind als Fantasy. Wobei eine Verwandschaft nicht zu leugnen ist. Schwer zu entscheiden - wenn wir sie mit einordnen wollen, dann müsste natürlich das Nibelungenlied noch dazu. Ich persönlich würde sie zwar bei den Klassikern einordnen, nicht aber in einen Kanon aufnehmen.
Dann muss ich auch noch Integra beipflichten:
John Sinclair fällt schon allein deswegen raus, weil man bei Groschenromanen weder Anfang noch Ende noch Highlight definieren kann und die Qualität stark schwankt - auch Perry Rhodan würe ich daher ausschließen. Das alles ohne die Frage aufzureißen, ob das Literatur ist… Drizzt habe ich nicht gelesesn, würde ich nach allem was ich gehört habe aber auch ausnehmen. Hohlbein fällt bei mir in die Kategorie Harry Potter - als Jugendbücher toll, würde ich meinen hypothetischen Kindern fraglos geben und mich unglaublich freuen, wenn sie im Laufe der Zeit auf die deutlichen Schwachstellen aufmerksam würden (die dazu führen, dass ich sie nicht in einen Kanon aufnehmen würde).
Aber zurück zu Vorschlägen:
Im Heyne Verlag existiert eine Reihe namens “Meisterwerke der Science-Fiction”, die quasi einen Heynekanon darstellt - ich habe mal versucht eine Liste zusammenzutragen, einges davon ahben wir schon erwähnt:
Isaak Asimov - Foundation (Trilogie)
Isaak Asimov - Meine Freunde, die Roboter
Iain M. Banks - Bedenke Phlebas
Greg Bear - Blutmusik
Gregory Benford - Zeitschaft
Alfred Bester - Der brennende Mann
David Brin - Sternenflut
Ray Bradbury - Fahrenheit 451
Anthony Burgess - Clockwork Orange
Orson Scott Card - Das Große Spiel
Arthur C. Clarke - 2001 - Odyssee im Weltraum
Arthur C.Clarke - Die letzte Generation
Philip K. Dick - Das Orakel vom Berge
Jack Finney - Zeitspuren
William Gibson - Die Neuromancer-Trilogie
William Gibson - Cyberspace
Ken Grimwood - Replay - Das zweite Spiel
Joe Haldeman - Der ewige Krieg
M. John Harrison - Die Centauri-Maschine
Robert A. Heinlein - Fremder in einer fremden Welt
Frank Herbert - Der Wüstenplanet
Wolfgang Jeschke - Der letzte Tag der Schöpfung
Stanislaw Lem - Solaris
Ursula K. LeGuin - Die linke Hand der Dunkelheit
Walter M. Miller Jr. - Lobgesang auf Leibowitz
Larry Niven & Jerry Pournelle - Der Splitter im Auge Gottes
George Orwell - 1984
Frederik Pohl - Die Gateway-Trilogie
Frederik Pohl & Cyril M. Kornbluth - Eine Handvoll Venus
Mary Doria Russell - Sperling
Dan Simmons - Die Hyperion-Gesänge
Robert Silverberg - Es stirbt in mir
Robert Sheckley - Der widerspenstige Planet
Clifford D. Simak - Als es noch Menschen gab
Arkadi & Boris Strugazi - Das Experiment
Ehrlich gesagt - ich merke an dieser Liste, wie wenig ich da kenne…
Lem mit Solaris ist aber sicherlich etwas, was auch ich da auflisten würde (philosophisch und psychologisch hochinteressanter Umgang mit Trauer im Angesicht überlegener und fremder Intelligenz und mit Clooney gut verfilmt, 2001 und Clockwork Orange auch, nicht zuletzt auch aufgrund der Filme.
Ein paar Bücher (Gateway, Als es noch Menschen gab) stehen auf meiner geistigen Liste der noch zu lesenden Bücher, Blutmusik aber beispielweise hat sich meiner Meinung nach überlebt. Und bei einigen anderen Büchern habe ich das Gefühl, dass sie mitten aus Zyklen stammen und ohne die anderen etwas aus dem Zusammenhang gerissen sind, was es schwer machen dürfte, sie einzuordnen (Heyne nimmt darauf ja erfahrungsgemäß mitunter etwas wenig Rücksicht).
Was denkt ihr denn zu dieser Liste?