AW: K1 - Kenji & Sunisa - Nachts im Centralpark
“Lassen sie mich ihn kurz holen. Er hatte bereits das Vergnügen ihren Waffenmeister kennenzulernen”, meinte Kenji lächelnd, als wäre das eine Erklärung.
Die Frau nickte und wirkte nun irgendwie verändert. Je mehr Höflichkeit er ihr entgegenbrachte um so mehr schien sie sich an etwas zu erinnern. Oder je länger sie hier im Park war.
Sie wirkte jetzt herrschaftlicher, weniger Jugendlich und - das erstaunte Kenji - mächtiger. Er verließ sich meistens auf seine Instinkte und diese rieten ihm trotz aller jugendlicher salopper Sprüche, sie nicht zu unterschätzen.
Die Göre war, so hieß es zumindest, eine Sidhe. Über diese Feen wusste er noch immer wenig.
Lance war eine Informationsquelle, deren Antworten gut zu sortieren waren, ehe man sie als gegebene Tatsachen nahm.
Ziwschen Beleidigungen, abfälligen Bemerkungen und Flüchen wichtige Informationen herauszufiltern hatte Kenji mittlerweile gelernt.
Und so wusste er, dass Feen ein reales Leben in einem Menschenkörper zeitgleich zu ihrem Feendasein leben mussten, das oft nicht zusammenpasste.
Den sogenannten Glamour den sie benutzten, oder gar für ihre Existenz brauchten, beschrieb er gerne mit dem Chi, jedoch vornehmlich wohl Ying Energien.
So war es auch möglich, dass er, Sunisa und Feng hier willkommen waren.
Tatsächlich, da vorne stand Feng, eine Hand am Schwertgriff.
Der Mann erkannte ihn ebenfalls. Der Hier-Rufer hingegen war ein seltsamer Bursche, beinahe wie einer der Hengeokay, wolfsartig aber dennoch keiner der Werwölfe.
Er nickte der Chefin zu und zum ersten Mal bemerkte man nun tatsächlich, dass die Feen eine Hierarchie kannten.
Der Fremde wirkte unterwürfig und nahm ihr lob “Danke” mit einem Nicken an. Das Unausgesprochene konnten sowohl er als auch Feng heraushören.
“Danke fürs Aufpassen!”, hatte sie eigentlich gemeint, wenn auch nicht gesagt. Man hatte sie natürlich bisher keine Sekunde aus den Augen gelassen.
Kenji übering die Sache einfach. Im Gegenteil, Immerhin hatte man ihnen genug Bedeutung beigemessen, sie nicht einfach umherstreifen zu lassen.
“Dies ist Feng Yang- Und dies ist Donna Sophia Magdalena Isabella Cardoso della Corronia ni Ailil!”, dieses Mal benutzte er ihren vollen Namen und auch dieses Mal meinte sie “Donna Sophie genügt, aber ich bin erfreut sie kennenzulernen. Wie ich bereits sagte, überzeugen sie mich auf dem Weg zu meinem Haus von der Dringlichkeit ihres Besuches und ich leihe ihnen gern mein Ohr. Eine Antwort auf meine Frage sind die mir noch schuldig Kenji-San!”
Kenji wusste sofort worum es ging.
“Ja, Lance hat wohl von mir erzählt.!”, meinte er nur.
“Und sie haben ihn also ein wengi ausgefragt, sozusagen die Hausaufgaben gemacht, ehe sie als Gesandschaft herkommen wollten?”, fragte sie - ganz treffend eigentlich.
“Es liegt uns nicht unbedingt überall hereinzuplatzen, vielmehr sind wir an einer Zusammenarbeit interessiert. Natürlich wissen wir gerne mit wem!”, gab er zurück.
“ich gestehe, ich habe mich ebenfalls bereits ein wenig informiert.”, lächelte sie nun. Mehr sagte sie nicht.
Wie weit ging der Einfluss der Machthaber hier im Park wohl? was hatte sie gehört?
Kenji hätte zu gerne gewusst, wieso man sie hier im Park sozusagen hatte “streunen” lassen, wenn sie bereits wusste, mit wem sie es zu tun hatte.
“Nun, es ist ganz einfach, wir wollten sehen, ob sie wirklich an einer Zusammenarbeit interessiert sind. Es scheint mir so.”, lächelte sie, als läse sie seine Gedanken.
Ein Test also.
Irgendwelche Heuchler, die sich nur Zutritt zu Park verschaffen wollten, hätten längst etwas dummes getan - hoffentlich hatte Sunisa nichts ohne sie unternommen!