Man bekommt wirklich den Eindruck, dass Spiler 4 eher unbeliebt ist. Aber ich möchte mal eine Lanze für die Regelfuzzis brechen. Gerade ein taktisches Spiel wie D’n’D und wahrscheinlich auch DSA brauchen einen so genannten Referee, einen, der sich eben in den Regeln auskennt. Ganz ehrlich sonst könnt ihr gleich ohne Würfel spielen oder einfach nur einander eine Geschichte erzählen. Hat man sich also für ein solches System entschieden, dann braucht man den Referee eben. Im Idealfall ist das der Spielleiter, wenn er das nicht ist, dann ist es gut, wenn jemand anders die Rolle übernimmt. Wiederum im Idealfall fasst er die Regel kurz zusammen und weiter gehts.
So wie in meiner Gruppe. Da bin ich auch nicht diejenige, die sich am besten mit den Regeln auskennt, sondern der Spieler des Schurken. Da geht das dann ungefähr so:
Kleriker: “Ach Mist, welche Reichweite hatte der Zauber? Weit, oder? Das passt doch.”
Ich: “??? Woher soll ich das schon wieder wissen.”
Magierin: “Bei mir in der Liste steht auch weit.”
Schurke: “Nein, der hatte kurz, das ist ein Fehler in deiner Liste. Schau mal auf Seite 193 im Spielerhandbuch nach. Ach, du hast ja das englische in der Hand, da ist es Seite 305, [einglischer Name des Zaubers].”
Ich: “So, jetzt hab ichs auch gefunden. Tatsächlich, der hat kurze Reichweite, du musst noch weiter ran.”
Kleriker: “Nöö jetzt will ich auch nicht mehr, ich heil den Kämpfer.”
Spieler des Kämpfers wacht auf “Was? Ich hörte meinen Namen.” 
oder, ein Evergreen bei uns (es merkt sich irgendwie keiner)
Ich: “Das Monster trifft den Kleriker, verursacht ne Menge Schaden, krallt sich fest, damit es ihn bei nächster Gelenheit verspeisen kann.”
alle Spieler stöhnen
Kleriker: “Och nee, nich schon wieder Ringkampf. Was muss ich jetzt noch mal Würfeln? Und wie war das mit den Zaubern?”
Magierin: “Und wie war das mit dem Helfen?”
Ich rolle mit den Augen, weil ich es auch nicht mehr weiß (auch wenn ich es mir kurz vor der Session noch mal angeschaut hatte), suche hektisch im Regelwerk und schaue genervt zum Schurken. “Wie das genau geht, keine Ahnung, steht auf Seite 95, auch im englischen.”
Ich habs dann schnell gefunden, ein Blick, ach so war das : “Die und die Würfe, der Zauber geht nicht, der ja, also los.”
Also meinen Schurken geb ich nicht her, sonst würde es an solchen Stellen bei mir noch zu sehr stocken. Aber der ist ja auch der Idealfall eines Referee, mit Seitenangaben, Kurzzusammenfassung und völlig entspannte Art, wenn es ums Regelbrechen geht.
Aber wenn hier jemand mit dem Regelwerk erschlagen werden soll, dann würde ich allen beteiligten eines in die Hand drücken, sie in einen Raum sperren und sagen, es sollen alle mal ihren latenten Frust rauslassen. Es heißt Gruppendynamik, weil jeder was dazu beiträgt und ich würde mal sagen, auch in eurem Fall kann jeder etwas zur Verbesserung beitragen, wobei vier Leute entspannter sein sollten und einer wohl etwas enrsthafter.
Ohne die abschließenden Fakten zu kennen, würd ich mich Srew bezüglich Spieler 1 anschließen, wenn er nur kämpfen will, dann viel Spaß am Computer. Ansonsten kann man das schon etwas ernster nehmen und auch ein wenig mehr Anteil am Rollenspiel und an den Charakteren der anderen Spieler nehmen.
Spieler 2 sollte sich wenigstens minimal um die Regeln kümmern um bei Würfen auch Eigeninitiative zeigen zu können. Es gibt nix nervigeres als ständig das selbe zu erzählen, obwohl man das langsam können sollte. Aber das ist wohl für mich persönlich ein rotes Tuch, da ich in der Apotheke jedem, der Ibu 400 kauft, den selben Text runter bete. Das geht noch, schließlich sind es immer andere Personen und es muss eben jeder wissen. Dem gleichen Spieler aber jedes mal bei den einfachsten Würfen sagen zu müssen, was er raufzuaddieren, multiplizieren oder was auch immer hat, obwohl er Wurf auch mal öfter braucht, ich glaub, ich würd irgendwann grantig werden. Wenn er keinen Bock auf so was hat, soll er ein Buch lesen, ist nur Story und alles, was er tun muss ist lesen.
Genauso Spieler 3, unqualifiziert dazwischen funken find ich nicht gut, Regeln übers Knie bricht der Spielleiter, nicht der Spieler. Und wenn eine Regel ein Problem darstellt, dann muss das eben kurz diskutiert werden. Sonst soll er sich ein System mit minimalen Regeln suchen oder ebenfalls ein Buch lesen. Wenigstens muss man dem wahrscheinlich nicht jedes Mal die Würfe erklären.
Na und Spieler 4 ist ja eine Sache für sich, nebenbei was anderes zu machen find ich nicht gut, aber das kann die Gruppe ja viellleicht auch mal ansprechen und nicht nur in sich hineingrummeln. Regeln nachschlagen darf bei mir jeder, wenn er in der Situation nicht unmittelbar betroffen ist, sonst müssten wir bei uns ständig auf die Zauberwirker warten. Die schauen öfter kurz was nach, wenn die anderen dran sind. Wer weiß, wann er die Klappe halten muss, ist klar im Vorteil, aber offensichtlich bekommt Spieler 4 das nicht so ganz mit. Velleicht sollte er es so machen, wie mein Schurke, zusammenfassen oder es steht da und der Rest ist Sache des Spielleiters, da wird eben nicht diskutiert. Na ja und ausreden lassen… Echt jetzt, muss man darauf echt hinweisen?
Und wo ist eigentlich der SL bei der ganzen Sache? Bekommt der außer NSCs und Szenen erstellen überhaupt was auf die Reihe? Man kann sich doch wenigstens versuchen, die Regeln, die man für den nächsten Abschnitt braucht ein wenig einzuprägen oder rauszuschreiben. Und zwei von vier Spielern werden immer stiller und der eine kocht auch noch vergnüglich vor sich hin, nein da muss man nichts machen, man diskutiert fröhlich alles mit Spiler 4 aus. Ist der icht manns/fraus genug den mal dezent abzuwürgen?
So viel von meiner Seite aus. Jetzt ist es doch ein wenig sagen wir mal plakativer geworden, als ich dachte, aber ich hoffe, du nimmst nichts davon persönlich. Ich meinerseits hab ja auch noch Probleme mit bestimmten Regeln und ein gute Lösung für mich persönlich, dass ich das schnell griffbereit habe, habe ich auch noch nicht. Karteikarten Mist, Seitenzahlen irgendwie auch, weil sie dann doch immer an der falschen Stelle standen. Na ja, als nächstes kommt mal wieder Excel mit den ganz großen Knackpunkten im Kurzüberblick, vielleicht klappt das.
Wie man sicherlich schon merkt, bin ich der Meinung, dass jeder der Beteiligten etwas zur Verbesserung beitragen kann. Und da das oben ja ziemlich nörgelig ist, möchte ich noch ein paar Vorschläge machen, die vielleicht helfen können:
- Spieler 4 dezent abwürgen. Wenn er eine Regel erläutert hat, sich bedanken und sofort mit den der Regel entsprechenden Aktionen fortfahren, dann hat man gar keine Zeit für sinnlose Diskussionen
- Spieler 2 ein Merkblatt mit seinen Würfen machen, damit er alles wichtige zur Hand hat und man ihm wirklich nur noch sagen muss “Mach den und den Wurf”
- Spieler 1 könnte noch eine zusätzliche Aufgabe übernehmen, die ihn zwischen den Kämpfen beschäftig und aufmerksam sein lässt, wie zum Beispiel das Gruppentagebuch führen und folgerichtig vor jeder neuen Session das vorher geschehene zusammenfassen
- bestimmt wäre es auch gut, wenn der Spielleiter Spieler 2 dabei unterstützt, die anderen Spieler zum Rollenspiel zu animieren
- und natürlich kann es nicht schaden, sich die Treads mit den Spielleitertips durchzulesen, damit er herausfindet, wie er Spieler 2 railroaded, ohne, dass er das mitbekommt (sofern das nötig ist)