AW: Würfel und Spannung?
@hexe:
Wenn ein SL merkt, dass er in gewissen Situationen Probleme hat, dann sollte er lieber das Spiel kurzzeitig zu unterbrechen und sich und den Spielern eingestehen, dass er nicht weiter weiß, anstatt sich auf das Manipulieren von Würfeln zu verlegen. Gewiss wird ihm nach einer kurzen Bedenkzeit einfallen, wie es weitergehen könnte.
Wird Manipulation zur Gewohnheit, wird er stets zu diesem Mittel greifen, um den Verlauf dahin zu steuern, wo er ihn gerne hätte, anstatt sich Strategien zu überlegen, wie er diese Situationen in Zukunft kreativ lösen möchte. Zum Beispiel, indem man sich vorher Gedanken macht, was passieren könnte und wie man wohl am besten auf diese Situationen reagiert.
und was Changeling angeht: Ich freue mich natürlich, wenn ich neue Spieler kennenlernen kann.
Wir spielen allerdings “Changeling - the lost” (Wod2) und ich bin in der Runde auch kein SL.
@Zylerath:
Nun, die Spieler müssten schon von wahrlich kindlichem Gemüt sein, wenn ihnen das über einen längeren Zeitraum nicht auffallen würde. Ich denke ja eher, dass es in vielen Gruppen eine stillschweigende Übereinkunft gibt, dass der SL Würfe manipulieren soll.
Ich würde einen SL, der sich an die Würfelergebnisse hält, keineswegs pauschal als schlecht bezeichnen. Ich würde die komplette Gruppe zum Beispiel nicht einfach so in eine Situation schubsen, wo ein einziger Würfelwurf über Leben und Tod des Charakters entscheidet.
@SoulReaper:
Ich denke, es ist hier nicht die Stelle, um über die Definition von Rollenspiel zu streiten. In aller Kürze: Rollenspiel definiert sich für mich dadurch, dass die Spieler eine Rolle spielen - dazu gehört Handlungsfreiheit - die kann es nur ohne zementierten Handlungsfaden geben - ohne vorgefertigten Handlungsablauf können Würfelergebnisse nicht unpassend sein // Würel dienen dazu, dem Spiel ein Zufallselement einzufügen - Würfe dann zu manipulieren führt dies ad absurdum
Ich störe mich nicht daran, dass die Würfel weggelassen werden - im Gegenteil: genau das sage ich ja. Wenn man dem Würfel nicht das Ergebnis überlassen möchte, sollte man lieber gleich drauf verzichten, anstatt hinterher am Ergebnis zu manipulieren. Wenn die Spieler nämlich wissen, dass Würfelwürfe, nicht manipuliert werden, dann wirssen sie auch, dass es nun ernst wird, wenn mal zu den Würfeln gegriffen wird. Und auf der anderen Seite verstehen diese Spieler die Welt nicht mehr, wenn der SL sie dann mal doch nicht rettet und ihrem SC mal wirklich etwas schlimmes zustößt.
Es ist im Übrigen nicht so, dass in meinen Runden die Charaktere reihenweise wie die Fliegen sterben würden - auch ohne Würfelmanipulation. Zuletzt ist vor ein paar Monaten der SC meines Mannes in einem Zombie-Survival-Setting verschieden, weil er sich auf einen Nahkampf eingelassen hat und gebissen wurde. Ich habe ihm noch einen (schweren) Rettungswurf zugestanden (obwohl es laut Hintergrund die Chancen, das zu überleben praktisch gleich Null sind). Den hat er leider nicht geschafft und so wurde der SC, als er die ersten Anzeichen von Verwandlung zeigte, von seinen Leuten mit einer Kugel durch den Kopf erlöst.
Sicher hat mein Mann keine Luftsprünge gemacht, aber der Tod gehört nun mal dazu und das habe ich auch von Anfang an allen Beteiligten klar gemacht.
Im Gegenzug ist das Überleben der anderen SC durch dieses Ereignis enorm aufgewertet worden, da die Spieler gemerkt haben, wie schnell es jemanden treffen kann. Und im weiteren Verlauf des Spiels hatten die SC auch deutlich mehr Respekt vor den Infizierten, und die Spieler empfanden die Stimmung noch bedrohlicher und spannender.