“Talent” ist so ein Unwort aber es hier gefallen.
Als Spielleiter sage ich, es ist viel mehr zu definieren was kein >kein gutes Rollenspiel< ist.
Denn ehrlicher weise muss ich sagen, das ich schon einige Leute mit sehr hochtrabenden Eigenlob erlebte, Leute die langjährige Rollenspieler sind und die in meinen augen grausiges Rollenspiel machten.
Dabei ging es nicht darum das sie nicht eine Rolle verkörperten, das taten sie und sie schauspielerste sie auch.
Sondern das ihre Rolle im sozialen Kontext und ihren Handlungen keinen Sinn ergab.
Sowohl als Mitspieler, als auch als Spielleiter oft genug erlebt.
Wenn Figuren größenwahnsinnige und vollkommen absurde Handlungen begehen und das in Serie und nur der Spielleiter es munter zulässt.
Bei mir als Spielleiter ziehe ich da direkt Grenzen und man merkt, das Handlungen >tatsächlich< Konsequenzen haben.
Die langweiligste ist das einer stirbt.
Aber Leute willkürlich einfach ihr schlechtes Treiben durchgehen zu lassen ist kein gutes Rollenspiel.
Eine Figur die Untote erhebt und das Dorf praktisch nur mit zwei Würfen von der “Richtigkeit” dieser Tat überzeugt wird, obgleich in der Welt eine ketzerische Handlung ist, halte ich für KEIN gutes Rollenspiel.
Denn die NPCs sollten ihre Meinungen und Überzeugungen und auch ihr Gehirn nicht durch ein oder zwei Würfe verlieren.
Genau so sollte ein Spieler nicht jeden Mist durchdrücken weil er der beste Kumpel/fester Freund oder Freundin des SL ist.
Rollenspiel bedeutet, das die Welt, also der Spielleiter und die Spieler charaktertreue Handlungen begehen, die >allen< am Spieltisch spaß machen.
Denn erst wenn auch alle spaß haben wird es in meinen Augen gut.
Es bringt mir nichts, wenn einer meint, er hätte das MC-Syndrom und die anderen Charaktere seien nur Nebendarsteller und der Charakter dürfe nahe zu alles, wenn er nur gut genug würfelt.
”Das ist aber mein Charakter”
Und aber betreffender Spieler hat sich den Charakter eben ausgedacht.
Wenn man ein Arschloch spielt, dann ist es wie im RL, also eigentlich logisch konsequent das die Leute irgendwann keinen Bock mehr auf einen haben.
Das ist letztlich wo Immersion mit der Idee einer meta-Spielerschaft bricht.
Denn konsequenz wäre das betreffende Figuren sich abwenden und gehen, aber da man ja zusammen spielt, können sie das nicht.
Es fühlt sich zwanghaft an, das Figuren die sich nicht leiden können und gar keine Harmonie oder wirklich keine sinnvolle Zusammenarbeit ergeben dann zusammen in einer Gruppe sitzen.
Das ist für mich kein gutes Rollenspiel.
Denn zum guten Rollenspiel gehört es meiner Meinung nach dazu, warum die >eigene Figur< eine sinnvolle zusammenarbeit mit dem Rest der Gruppe hat.
Und nicht alle 2. Abende eine quatschige Diskussion ausbricht.
Das gilt für Charaktere jeder moral oder Gesinnung.
Für mich als Spielleiter ist es unfassbar nervtötend oder auch als Spieler, wenn Figuren sich wie ein Hampelmann aufführen und man das ertragen muss.
Konsequenzen zu setzen muss ja nicht zwangsweise negativ sein und es kann vielschichtig ausgespielt werden.
Figuren sollten eine Überzeugung oder zumindest Meinung haben in meinen Augen.
Was macht sie aus? was ist das Mindset von sie oder ihm?
Was bringt die Figur zum weinen? zum wütend werden? wie bringt die Person diese Emotion herüber?
Das ist ja super vielseitig und subjektiv was gut oder schlecht ist.
Aber für mich zählt, es ist gut wenn es da ist und es auch in die Situation passt.
Ich mag auch alberne/schelmische Figuren so lange sie eben nicht der Gruppe schaden.
Gilt aber auch für jedes andere Konzept.