Es gibt keine ‘echten’ RPGs am Computer. Es gibt Pen n Paper Rollenspiele, die spiele ich meist ohne Computer und entscheide völlig frei, was ich spielen möchte, sei es Setting, sei es Charaktere, sei es die Handlung. Wenn ich online mit Hilfe eines Computer spiele, mich also mit anderen vernetze, meine Karten teile, einen Vociechat verwende, dann nutze ich den Computer nur als Kommunikationshilfe. Aber keine der verwendeten Software ist ein Rollenspiel.
Computerspiele hingegen haben Rollenspielelemente. Mal mehr mal weniger.
Neverwinter Nights zum Beispiel bot schon eine ganze Menge, neben der freien Charakterauswahl, auch ein Tool um Karten zu erstellen also Geschichten, Begegnungen, Handlungen, Abenteuerpfade. Auch Gegenstände und NSC ließen sich damit platzieren und generieren. Diese sogenannten Module konnte man als Server starten, Personen einladen (mit ihren Charakteren) und sogar einen Spielleiter bestimmen, der in diesem Modul die Welt noch verändern konnte. Also schon eine ganze Menge um ein Pen und Paper Rollenspiel mit Grafik zu simulieren. So richtig gerockt hat es aber trotzdem nicht.
Aber auch Destiny2 hat Rollenspielelemente. Es ist vor allem ein Shooter, aber es hat auch eine Geschichte und Handlung, man wählt einen Charakter aus drei Klassen und erstellt diesen samt Hairstyle, man levelt und steigt auf, man findet Items (hauptsächlich Waffen und Rüstungen) mit verschiedenen Werten. Je nachdem welche Rolle ich spiele, machen andere Gegenstände mehr Sinn. All das kennt man aus Rollenspielen. Und zumindest sprechen einen die NSC mit er oder sie an.
Die Grenzen werden also immer schwammiger. Aber sie bleiben Computerrollenspiele.