Ich spiele schon seit zwanzig Jahren keine Computerrollenspiele mehr, habe aber folgende Ansichten:
- Computer- und P&P-Rollenspiele unterscheiden sich in der Art wie gespielt wird
- P&P-RPG haben aber keinen Alleinvertretungsanspruch auf den Begriff “Rollenspiel”, u. A. aus folgenden Gründen:
- Es existieren noch ganz andere Arten von Rollenspielen, z.B im psychologischen, im Weiterbildungs- oder im erotischen Bereich. Oder ganz klassische Rollenspielbücher, im Vergleich mit denen bieten C-RPG die ganz große Entscheidungsfreiheit. Der gemeinsame Nenner ist eigentlich nur, das man sich in eine andere Rolle hinein versetzt.
- Diese Arten von Rollenspiel sind wesentlich älter.
- Freies Rollenspiel von Kindern (Räuber und Gendarm) ist so alt wie die Menschheit
- Im P&P gibt es krasse Unterschiede in der Spielweise: die eine Gruppe spielt jeden Abend drei taktische Encounter mit Miniaturen, kurz Unterbrochen vom Verlesen der Hintergrundgeschichte und dem Auswürfeln der Beute . Die andere fädelt nur Intrigen an irgendeinem Hof ein. Manche Systeme kommen ohne SL oder ohne Würfel aus oder spielen im sozialen Umfeld einer hessischen dörflichen Äbbellwoi-Kneipe . Diese Unterschiede sind auch nicht kleiner als die zwischen P&P und C-RPG
- ganz allgemein kann Kategorie aP der Kategorie aQ nicht absprechen, “a” zusein, nur weil sie nicht auch gleichzeitig “P” ist.
- Haben P&P-Spieler überhaupt die Deutungshoheit? P&Ps sind ein Nischenprodukt, mit dem weltweit vielleicht 4-5 Verlage wirklich Geld verdienen, während der ganze Rest hauptsächlich vom Enthusiasmus der Autoren und freiwilligen Helfer subventioniert wird. Große Computerrollenspiele sind Millionenprojekte und werden auch von zig Millionen Menschen gespielt. Die Spieler könnten genau so gut behaupten, P&P sei kein richtiges Rollenspiel, weil es nicht am Computer stattfinde.
In Summe: na klar sind Computerrollenspiele richtige Rollenspiele. Sie sind nur nicht identisch P&Ps.