Foundry VTT, eine moderne Pen and Paper Software

Ich möchte hier mal Foundry VTT vorstellen:

Foundry VTT ermöglicht es mehreren Leuten, gemeinsam Pen and Paper RPGs über das Internet zu spielen.
Eine lebenslange Lizenz kostet nur ~50€. Die Mitspieler benötigen keine Lizenz und dürfen per Browser kostenlos mitspielen. Mittlerweile gibt es auch einen Marktplatz mit Szenarien und Grafikpaketen.

Foundry ermöglicht die Installation von Game Systems (z.B. Call of Cthulhu 7, Lancer, Sword World 2.5 etc.), die das gemeinsame Spielen mit diesem Regelwerk ermöglichen, indem sie Charakterbögen, Kategorien, spezielle Mechaniken und dergeichen bereitstellen.
Außerdem existieren Module, das sind kleinere Änderungen wie z.B. 3D-Würfel, die über den Bildschirm fallen oder erweiterte Funktionalitäten.

Foundry arbeitet mit Akteuren und deren Tokens, Szenen, Tagebüchern, Musik/Geräuschen, Spieler-Tokens, Karten und Kompendien.

FoundryVTT kann selbst gehostet werden. Alternativ gibt es die Möglichkeit, Hosting für wenige Euro im Monat bei ein paar Anbietern zu mieten.

Das ist zwar eine sehr treffende Zusammenfassung, wird aber der Software gefühlt irgendwie nicht ganz gerecht.

Foundry VTT ist fantastisch, weil es trotz seines Umfangs recht intuitiv zu bedienen ist. Und findet man etwas nicht selbst heraus, gibt es eine schöne Hilfe-Seite und wem das nicht reicht, der findet inzwischen fünfundzwanzigtausend YouTube Videos über das gesuchte Thema. Mit der lebenslangen Lizenz bekommt man automatisch jedes Update. In diesem Jahr gab es ein größeres Feature, mit dem man in einer Szene verschiedene Level managen kann. Damit kann man also vom Keller bis zur Turmspitze jedes Stockwerk in der selben Szene übereinander packen und muss sie nicht auf der Battle Map nebeneinander aufzeichnen. Wie man sieht, wird Foundry auch ohne Abo Modell kontimuierlich weiter entwickelt. Die Werkzeuge für dynamische Beleuchtung und Wände sind ausgereift und gut zu bedienen, auch wenn man sich kurz einarbeiten muss. Die Einstellmöglichkeiten für Token, Fliesen (spezielle Regionen auf Karten) und Licht sind vielfältig, sodass keine Wünsche offen bleiben sollten. Nicht zu vergessen, dass diese Software Map Pins schon immer hatte (im Gegensatz zur Konkurrenz, die das jetzt gerade als Errungenschaft feiert :wink:) und man damit wunderbar interaktive Karten erstellen kann. Das Journal hat Funktionalitäten wie Lesezeichen und Tabs, sodass man mehrere Einträge gleichzeitig offen haben kann. Das Schreiben kleinerer Skripte ist von Hause aus möglich.

Foundry VTT ist aber auch nervig. Wenn man gar keine Vorkenntnisse von der Konkurrenz hat, kann es überwältigend sein. Nicht wenige werden beim Freigeben der Ports Probleme haben. (Ich bin auch so jemand, aber da ich es mir leisten kann, Geld auf das Problem zu werfen, bin ich fein raus.) Wenn man sich ein Tutorial anschaut, muss man aufpasen, welche Version behandelt wird. Von Version 12 zu 13 gab es einen Bruch und einige Dinge funktionieren nun anders. (Zum Glück sind die meisten beliebten Module inzwischen angepasst.) Module zu finden, zu installieren und zu verwalten kann manchmal ein wenig mühsam sein. Man muss es nur regelmäßig machen, dann funktioniert eigentlich immer alles. Und Foundry ist erst sehr spät eine Partnerschaft mit Wizards of the Coast eingegangen, dadurch gibt es drastisch weniger ready to play Module für DnD, was meiner Meinung nach kein Verlust ist. (Es lebe Pathfinder!)

Foundry VTT ist wirklich großartig aufgrund der Erweiterungen, die von der Community erstellt wurden. Aber die packe ich besser in ein anderes Thema.