PF2E Impossible Magic: Necromancer & Runelord – spannend, aber rollenspielerisch zu fordernd?

Hallo zusammen,

ich wollte mal eure Meinungen zu den beiden neuen Optionen aus Impossible Magic hören: dem Necromancer und dem Runelord.

Beide finde ich mechanisch und thematisch richtig spannend. Gleichzeitig wirken sie mir aber rollenspielerisch für alle Beteiligten ziemlich herausfordernd.

Beim Necromancer hat man die dunkle Seite der Necromantie und den Umgang mit Thralls/Tod/Void. Beim Runelord die gewählte Todsünde, die man nicht nur thematisch einfügen muss, sondern auch durch Anathema (Indulgenz/Betrachtung der Sünde) aktiv ausspielen muss. Das fühlt sich für mich ein bisschen an wie ein Anathema mit umgekehrten Vorzeichen beim Kleriker bzw. wie der Orakel-Fluch an: eine offenkundige Schwachstelle und thematische Last, die man nicht so einfach „wegwählen“ kann (anders als beim Kleriker über die Wahl eines guten oder bösen Gottes).

Selbst wenn man sich selbst zutraut, so eine Klasse mit krasser Neigung zu persönlichen Defiziten gut und angemessen zu spielen, bleibt es eine Herausforderung für die anderen Spieler und vor allem für den GM. Man balanciert ständig auf des Messers Schneide, damit es weder zu harmlos noch zu störend/toxisch wird. Deshalb sehe ich sie auch nicht als Anfängerklassen.

Gerade deswegen freue ich mich ehrlich gesagt sogar etwas mehr über den Magus- und Summoner-Rework – die wirken deutlich unkomplizierter und gruppenfreundlicher.

Wie seht ihr das?
Habt ihr schon mit einer der beiden gespielt oder plant ihr es?
Seid ihr eher Team „endlich dunkle Klassen mit Biss“ oder eher Team „zu viel thematischer Ballast für die Gruppe“?

Bin gespannt auf eure Erfahrungen und Meinungen!

Ich würde sagen, der Necromancer steht eben nicht für die “dunkle Seite der Macht”, die Nutzung von Thralls versklavt keine Seelen und entzieht sie nicht Pharasmas Kreislauf.

Auch die Vorstellung des ikonographischen Charakters Usharak zeigt eine altruistische Magie, die dem Schutz der Gemeinschaft und der kommenden Generationen dient.

Mit dem “The Hallowed Dead” feat bekommt man sogar das Holy-Trait.

In einer meiner Spielrunden (Schreckensgewölbe) habe ich einen Spieler mit einer Nekromantin, bisher hat er großen Spaß an der Klasse, er hatte mit der Spieltest-Version angefangen und jetzt auf die offizielle umgestellt, mittlerweile auf lvl 4. Sie folgt einem Psychopomp, also einem Diener Pharasmas, und lehnt die Erschaffung von “echten” Untoten ab.

Der Runelord ist wieder eine andere Geschichte, aber das ist auch ein mit “rare” geflaggter Class Archetype (und übrigens aus Rival Academies, nicht Impossible Magic).
Bei diesem steht, dass man der Versuchung der Sünde in der Suche nach Macht erliegen kann" - das eignet sich natürlich gut für böse Charaktere, die das getan haben, aber auch für moralische Ambiguität im Graubereich, eher der rote Raistlin als der schwarze.

Die neue Klasse ist der Runenschmied, eine weitere Hybridklasse, die Runenmagie nutzt um sich im Kampf zu stärken und Feinden Schaden zuzufügen.

1 „Gefällt mir“

Ich glaube du verwechselst hier den Rune Lord Archetype mit dem Runesmith aus dem Buch. Die Klasse geht da thematisch in eine ganz andere Richtung.

Ich mag den Necromancer weil er eben viele neue interessante Rollenspielsituationen erlaubt. Auch haben sie genug Optionen eingebaut, dass es nicht nur der always evil brooding dark sorcerer ist.
Wie funny richtig beschrieben hat gibt es eben durch Optionen wie ‘The Hallowed Dead’ die Möglichkeit auch andere Aspekte in Betracht zu ziehen. So dass der Charakter zum Beispiel als Spirit Necromancer seine Ahnen (oder Schatten von ihnen) ruft, die ihn unterstützen oder er arbeit eben explizit für eine Gottheit, die nichts dagegen hat wenn die verbliebenen Hüllen sterblicher für ihre Dienste benutzt wird, solange die Seelen selbst unangetastet bleiben.
Natürlich gibt es auch die Option dass man sich voll auf die dunkle Seite einlässt, aber das wäre etwas, was man in meinen Augen vorher eben mit dem Spielleiter und der Gruppe abspricht, damit der Charakter a) zur Geschichte und b) zur Gruppe selbst passt. Wenn beides passt, dann ist auch der Dark Lord mit seinen Blutminions kein Problem in meinen Augen. Selbst wenn es ein Anfänger spielt. Auch habe ich den Necromancer bereits angespielt und mir gefällt die mechanische Umsetzung, vor allem da es kein Re-Skin einer anderen Klasse ist sondern auch seine einzigartigen Aspekte hat

Was den Runesmith angeht, ich mag das Konzept und die Idee hinter der Klasse sehr. Ich habe aber noch keinen gespielt. Aber für mich ist die Klasse thematisch nicht problematischer als die meisten anderen Klassen. Mechanisch ist die Klasse für mich für jede Art Spieler geeignet von Neuling bis zum alten Hasen. Nur gibt es bei ihr durch die richtige Kombinationen von Runen deutlich mehr Optionen Gegner in den ersten Runden einfach zu löschen, was bei den meisten anderen Klassen viel, viel schwieriger zu bewältigen ist. Selbst mit den Änderungen, die die Klasse zum Release bekommen hat.

1 „Gefällt mir“