Hallöchen an alle Spielleiter und Spieler da draußen,
ich schreibe gerade an einer eigenen Kampagne und spiele mit dem Gedanken auch Rätsel als Hindernisse/Elemente einzubauen. Und das hat zwei Fragen aufgeworfen:
Gibt es überhaupt die Möglichkeit GUTE Rätsel für Online-Runden einzubauen? Ich weiß am Tisch kann man viel mehr mit Sachen machen, die man tatsächlich anfassen kann. Oder auch generell mit 3D-Elementen. Online dagegen ist man ziemlich auf Handouts und Bilder limitiert, mit denen man auch nur begrenzt interagieren kann. Welche Erfahrung habt ihr da gemacht?
Was für besondere Rätsel kann man überhaupt Online benutzen? Es gibt ja das ganz klassische Sphinx-/Der Hobbit-/Spruch-Rätsel, wo man aus einem Rätselsatz eine Antwort erahnen muss. Das ist natürlich ein Klassiker aber auch schon 1.000mal gemacht worden. Gibt es auch andere Arten von Rätseln die tauglich für Online-Runden sind und nicht zu leicht aber auch nicht zu schwer sind?
Ich würde mich sehr über eine große Liste an Ideen freuen. Bin gespannt was ihr da für Erfahrungen gemacht habt.
Hi! Eine hilfreiche Info wäre, welche Plattformen ihr für das Online-Spiel benutzt. Nur Ton? Auch Bild? Ein VTT wie Roll20 oder Foundry?
Wir hatten z.B. in einem Dungeoncrawl mal ein Schieberätsel, bei dem die Bodenplatten eines Raums in die richtige Form gebracht werden mussten, während uns gleichzeitig Rattenschwärme angriffen, das war recht spaßig. Geht aber natürlich nur mit einer gemeinsamen Spieloberfläche, die alle einsehen können.
Ich hänge mich mal an die Unterhaltung dran. Das Thema interessiert mich auch sehr, da ich demnächst auch auf online Runden zurück greifen muss. Scheinbar wollen die Leute einfach keine Tischrunden mehr.
Ich nutze manchmal Sphinx-Rätsel für Kisten oder Türen. Mit VTT’s sind auch Bilder oder Codes möglich wenn man sie als Text nutzt oder geschickt auf der Karte platziert.
Ansonsten heißt es: ganz viel Beschreiben.
Ich habe hier zu Hause verschiedene Rätsel-Rollenspiel-Bücher über die Jahrzehnte gesammelt. Allerdings nutze ich inzwischen mehr und mehr ChatGpT um Ideen für Rätsel zu entwickeln. Das schöne ist, dass ich mit der KI an dem Rätsel weiterarbeiten kann und auch die Schwierigkeit entsprechend anpassen kann.
Das letzte Rätsel ist eine entwickelte persönliche Quest eines Charakters. Sie muss in der Dämmerung, wenn die Augen der Statue beginnen zu leuchten, in ihrer Sprache aufsagen, was auf der Tafel der Statue steht (die Sprache ist Riesisch), die Spielerin spielt eine Goliath. "Wer den Schmerz des Steins teilt, wer unter Last nicht bricht, wer Blut aus Fels geboren trägt — trete vor und bestehe.“
Nach dem Aufsagen entsteht aus den Felsen, die am Boden liegen ein Steingolem, der nur sie angreift.
Die Idee dahinter ist ganz einfach: Sie muss sich treffen lassen (den Schmerz teilen) und dann ihre Fähigkeit “Belastbarkeit des Steins” benutzen, um Schaden zu reduzieren (unter der Last nicht bricht).
Wenn sie das erfolgreich besteht, erhält sie als magischen Gegenstand eine Rune des Steinfürsten, die sie benutzen kann.
Coole Diskussion ich benutze viele rätsel in meinen Abenteuern z.b bilderrätsel in dennen man entweder die richtige Anzahl von Dingen finden muss in welche Sachen oder Figuren in eine bestimmte Richtung schauen oder auch metaphorisch durch eine Recht nahe aber nicht direkte Beschreibung eines Bildes mit mehreren Auswahlmöglichkeiten das sind zumindest Dinge die in meiner online Kampagne gut funktioniert haben. Ansonsten texträtsel die senkrecht oder oder horizontal einen Satz oder Losungswort ergeben hoffe das hilft
Ich hatte vor längerer Zeit (während Corona) in einer Online-Runde für Dungeon-Rätsel regelmäßig Rätsel aus tatsächlichen Adventure Games oder Board Games auf Steam u.Ä. spielen lassen.
Es bricht die Immersion zwar schon, aber in unserem Fall konnte ich ein paar Games finden, die von Stil gepasst haben.
Im Grunde war die Umsetzung meist einfach folgende:
Ich teile meinen Screen und die Spielenden sagen an, was passieren soll.
Zum Teil habe ich bei einigen Puzzle Games ganz einfach die unmittelbaren Puzzle des Spiels genutzt.
Das hat die Spieler:innen ein paar Mal ganz gut unterhalten.
Ich möchte gerne den Gedanken in den Raum werfen für wen du die Rätsel machst? Sollen die Rätsel für die Spieler:innen sein oder für die Charaktere?
IT lassen sich Rätsel oft nicht gut erklären, deren Sinnhaftigkeit ist meist fragwürdig, denn sie sind von SL-Seite aus oft für die Spieler:innen konzipiert, daher unlogisch.
Wenn du IT Rätsel einbauen willst, mache dir vorab über die Spielweltlogik Gedanken und schaue, wie, warum und vor allem wer ein Interesse daran hat, an Ort X ein Rätsel Y einzubauen.
Wenn dir/euch das egal ist und du die Spieler:innen gerne rätseln lassen möchtest, gibt es sicherlich genügend Infos im Netz. Ich habe mir vor 20 Jahren mal ein Rätsel-Rollenspiel-Heft gekauft. Da waren allerlei Rätsel drin.
Ja, es braucht dafür sinnvolle Erklärungen. Und wenn es nur ein NPC ist, der sagt, hier bekommt ihr einen Hinweis für x, wenn ihr das löst, weil… er einem Rätselgott dient, sich einen Spaß daraus macht, sagt, nichts soll unverdient sein,…
Was ich mag, sind Buchstabenrätsel, also a=f, b=w oder so und das muss man entziffern. Hat uns unser Gm gern gegeben und wusste, die sind erstmal beschäftigt und haben Spaß.
Es gibt eine Vielzahl an Rätseln, die ich in meinen (heutzutage nur noch) Online Runden verwendet habe und die dort auch weiterhin funktionieren.
Ein klassisches Rätsel wäre das ‘Petals around the Rose’ Rätsel wo es darum geht eine bestimmte Anzahl W6 zu würfeln ehe die Spieler dann ermitteln, wieviele Petals es bei dem Wurf gibt und ganz wichtig, warum.
Dabei erhalten die Spieler nur die Information von mir, dass das Rätsel eben ‘Petals around the Rose’ heißt, dass das Ergebnis für jeden Wurf neu bestimmt ist und die Anzahl der Petals immer gerade ist. Da in einem VTT auch (virtuelle) Würfelergebnisse im Chat angezeigt werden, klappt das dort auch immer noch gut.
Eine andere Art Rätsel, die man auch im VTT umsetzen kann ist das Zelda ‘verfluchter Wald’ Rätsel wo die Gruppe ihren Weg durch einen eben magisch geschützten/verfluchten Wald finden muss. Die Gruppe kriegt dann vor dem Wald via NPC oder Warnschild einen Hinweis auf die Route durch den Wald bevor sie dann auf die entsprechende Map gezogen werden und erklären, in welche Himmelsrichtung sie reisen wollen. Wählen sie die richtige Richtung landen sie entsprechend beim gegenseitllichen Eingang auf der Map (sprich geht es nach Osten, landen sie beim westlichen Eingang, etc), wählen sie stattdessen den falschen Weg wird ihr Fortschritt zurückgesetzt und es wird ein Encounter getriggert, da die Wächter des Waldes auf Eindringlinge reagieren. Damit konnte ich schon die ein oder andere Gruppe ne Weile Unterhalten.
Und ne dritte Art Rätsel die ich für nen Dungeon eingebaut habe war eine Map, wo ich mithilfe von farbigen Token effektiv das Spiel ‘Masterminds’ simuliert habe um entsprechend den Weg frei zu machen. Dabei kannst du anhand der länge des Codes und an der Anzahl der Optionen, die man für den Code verwenden kann und vor allem an der Anzahl der Versuchen, die deine Spieler haben auch entscheiden, wie einfach/schwer das Rätsel für sie wird.
Dementsprechend kann ich sagen, dass man bei Rätseln im Online Spiel eben nicht nur auf Handouts, Bilder oder Worträtsel limitiert ist, man kann auch entsprechend die Würfel und auch die Maps selbst interaktiv auf verschiedene Arten für die Rätsel verwenden.