uiuuiuuiui hier wurde viel geschrieben 
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Es gibt im Pen&Paper kein wirkliches Richtig und Falsch. Jeder wird im Laufe seiner Zeit im Hobby sein persönliches Richtig und Falsch kennenlernen, um dann hin und wieder neue Erkenntnisse zu haben oder sich persönlich weiterentwickeln und an seinem R&F etwas ändern.
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Für mich gibt es zwei große Lager im P&P:
A: Ein Brettspiel mit Impro-Theater Aspekt
B: Ein Impro-Theater Spiel mit Brettspiel Aspekt
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Die Session 0 dient dazu herauszufinden, wo man sich eher sieht, um von vornherein klar zu stellen, was man selber erwartet von sich und den anderen. Natürlich gibt es Grauschattierungen, wechselnde Lust und Laune etc. Aber wenn man sich zu einer Runde Vampire - Die Maskerade trifft, sollte man vorher besprechen, welche Erwartungshaltung man an das Spiel hat, wie man bis dato die Camarilla und deren Clans verstanden hat und was ggf. eigene schlechte Erfahrungen waren, bzw. welche Red Flags man hat. Des Weiteren kann man über entsprechende Konzepte sprechen, damit nicht 4 Leute den Nachteil Franzosenhasser haben und einer einen waschechten patriotischen Franzosen spielt! (habe ich im Vampire Live selbst so erlebt und konnte meinen Gesellschafts-Vampir in die Tonne treten, hier hätte ich btw von der SL ein Veto gewünscht, mit dem Blick, dass mein Franzosen-Konzept fast unmögliche politische Aufstiegschancen hat und ich das vorher wissen sollte)
Man kann in Session 0 keine 8 Stunden über Pen&Paper philosophieren und für einen Oneshot mit vorgefertigten Charakteren braucht man auch weniger Zeit, als wenn man plant eine längerfristige Gruppe und Kampagnenspiel aufzubauen.
- Leistungskonzept
Ich habe so viele verschiedene Spieltypen im Laufe der Jahre kennengelernt. Jeder interpretiert in das Hobby andere Dinge rein, es gibt unterschiedliche Spielstile, Charaktermerkmale, die helfen oder auch nicht, in der Darstellung einer Figur, Ausleben des eigenen Hobbys, Zeitmanagement etc.
Wenn ich die Wahl hätte und könnte mit 4 Leuten P&P machen, die alle sehr gerne ihre Freizeit für das Hobby hergeben, die am Tisch auf einem unglaublich guten Niveau Impro-Theater machen und sich gerne mit ihrer Figur in die Spielwelt fallen lassen, zudem Lust haben den Spielspaß aller zu fördern, würde ich diese Menschen immer bevorzugen. Auf einem solchen Niveau macht es unglaublich viel Spaß.
Wenn ich dann in einer solchen Runde einen introvertierten Menschen oder Anfänger sitzen habe, die als Mensch nett sind, aber eben keine Bereicherung am Impro-Theater und weil das Hobby noch nicht entdeckt, in ihrer Zeit eingeschränkter sein möchten, nervt mich das. Ich denke es ist ein vergeudeter Platz in dieser Runde.
Es klingt richtig hart, aber so fühle ich nun mal. (Um mich jetzt nicht als Asi stehen zu lassen, will ich erwähnen, dass ich einerseits seit 2007 jede Woche Pen&Paper in einem Jugendzentrum für Teenager anbiete, aktuell Avatar Legends, eine reine Mädchengruppe, unter anderem mit meiner Tochter und andererseits biete ich wirklich häufig für Anfängergruppen Oneshots an, denn ich mag gerne den Leuten das Hobby näherbringen und zeigen.)
Nur kann ich mir das nicht aussuchen. Sondern es kommen verschiedene Menschen zu einer Runde und man muss ganz viele Kompromisse eingehen, da jeder seine ganz eigene, individuelle Historie mit dem Hobby hat. Gute, wie schlechte Erfahrungen. Jeder Mensch ein eigenes Leben führt, dass sich selten nur um P&P dreht. Jeder Mensch bringt halt nur so viel “Leistung” auf, wie er aufbringen kann und möchte. Es ist am Ende für die einen Leben 2.0, für die anderen ein Hobby und für die anderen nur ein Spiel.
- Vetos
Meine von mir aufgezählten Beispiele waren basierend auf meinen schlechten Erfahrungen mit diesem Charaktertyp/Konzept. Ich will niemandem absprechen, das richtig geil darzustellen. Ich bin dann aber der Meinung, lass uns erst einmal als Gruppe kennenlernen, ein gewisses Vertrauen aufbauen, sodass man irgendwann zu den deutlich spezielleren Konzepten wechseln kann. Genau das ist für mich wieder der Punkt der Session 0. Ich will nicht sagen “Du kannst keinen Malkavianer spielen” sondern, lass mich dich kennenlernen, sodass ich Vertrauen in dich habe einen verdammt geilen Malk zu spielen, der unser aller Rollenspiel bereichern wird.
Du stellst eine weniger fanatische Puritaner Sororitas-Schwester vor, die weniger Scheuklappen aufhat, als andere, lass uns darüber sprechen, in Session 0.
5.1. zu wenig Vetos durch SL
Es ist einfach schon viel zu oft vorgekommen, dass eine SL Konzepte abgenickt hat und sie sich als grauenhaft schlecht für die ganze Gruppe herausgestellt hat. Ich frug mich schon vom ersten, spätestens zweiten Treffen, wie dieser Char abgesegnet werden konnte? Ich bin sehr pragmatisch veranlagt was dieses Hobby betrifft, andere sind da wesentlich empathischer und versuchen immer wieder für Leute einen Platz in ihrer Runde zu finden. Eine gute Einstellung, die aber immer wieder zu schlechten Erfahrungen geführt hat. Besonders schwierig, wenn man in bestehende Runden einsteigen möchte, sollte vor allem dann mit allen Spielenden gesprochen werden. Auch über das potenziell neue Konzept.
- Konzepte als Idee vs. Praxis vs. Mensch
Man denkt sich ein Konzept aus, findet es unsagbar cool und muss es aber erst Mal im Spiel kennenlernen. Bei diesem Kennenlernen, lernen dann auch alle anderen, SL wie Mitspielenden den Char kennen. Durch Feedback-Runden (siehe dazu anderen Thread) kann man dann nach und nach herausfinden, ob das Konzept funktioniert, wo man es verbessern sollte und wo es wirklich gar nicht passt.
Dann ist jeder von uns einfach nur ein Mensch, selten ausgebildete Schauspieler:in und seine eigenen 4 Wände im Kopf, um sich ein Konzept auszudenken und versuchen es umzusetzen.
Ich denke jedem von uns ist es schon passiert, dass es auf dem Papier grandios war, man mit diebischer Vorfreude auf die ersten Spielabende gewartet hat, um dann selber eher in der Überforderung zu sein, weil man es irgendwie nicht hinbekommt, es keinen Spaß macht o.Ä.
Wenn aber ein Konzept von Beginn an, wenig gruppentauglich, als Einzelgänger oder mit destruktiven Absichten gebaut wurde, dann würde ich sagen, liegt es am Spieler, der das Konzept von Pen&Paper Rollenspielen an sich noch nicht verstanden hat oder nicht verstehen will!
Was ich aber verstehen kann, wenn jemand gerne experimentieren möchte und ein Konzept ausprobieren will, (Wie meine blinde Boron-Geweihte in DSA) dann muss man darüber als Gruppe sprechen, Pro&Contra abwägen und sich ggf. darauf einstellen, dass man das Konzept nicht spielen darf. Man kann sich überlegen, wenn das Konzept für die aktuelle Charakterkonstellation unpassend ist, ob man mal einen Oneshot startet, in der man das Konzept playtesten kann.
in meinem Kopf habe ich den Faden verloren und drücke nun auf antworten ^^