Warum gibt es so wenige Spielleiter für Rollenspiele?

Hey zusammen,
ich habe mir mal Gedanken gemacht: Warum ist das Verhältnis von Spielleiter-Gesuchen zu potenziellen Spielern eigentlich so krass unausgeglichen? Überall sieht man Spieler, die nach einer Runde suchen, aber Spielleiter scheinen wie eine seltene Spezies zu sein. Klar, als Spieler hat man weniger Verantwortung – man muss nichts vorbereiten und kann einfach mitmachen. Aber mal ehrlich: Spielleiter zu sein, kann doch auch richtig Spaß machen! Man hat mit Abstand die meiste Redezeit, das stärkste Veto und hinterlässt den bleibendsten Eindruck bei der Gruppe. Das ist doch eigentlich eine ziemlich coole Rolle, oder?

Was denkt ihr – warum trauen sich so wenige, den SL zu übernehmen? Liegt’s an der Vorbereitung, dem Druck oder vielleicht daran, dass viele den Spaß daran gar nicht erst entdecken? Und noch eine Frage an euch: Wie handhabt ihr das mit Spielleitern, wenn ihr endlich eine Gruppe gefunden habt? Bleibt ihr dabei, selbst wenn der Spielspaß nur so 5/10 ist, oder wo zieht ihr die Grenze und sagt: „Nee, das war’s“?

Freue mich auf eure Meinungen!

1 „Gefällt mir“

Das hat mehrere Gründe und lässt sich nicht verallgemeinern. Durch Youtube und Social Media ist das Thema Pen and Paper-Rollenspiele in den letzten Jahren wieder mehr in den Fokus gerückt. Leute sehen, dass es so etwas gibt und werden neugierig, es auch mal probieren zu wollen. Jetzt kann man aber von Anfängern, die das Hobby erst vor kurzem für sich entdeckt haben, natürlich nicht erwarten, dass sie sofort die SL-Rolle übernehmen, also sucht man eben erst als Spieler. Andere Gründe wurden schon von dir genannt: Manche Leute sehen sich einfach nicht in der Rolle des SL, weil sie sich nicht trauen und einigen Leuten fehlt schlicht die Zeit für die Vorbereitung und die ganze Arbeit, die man als SL investieren muss. Wahrscheinlich gibt es noch andere Gründe, aber einige, die du und ich aufgezählt haben, habe ich in den letzten 27 Jahren selber so mitbekommen. Aktuell habe ich zwei Gruppen und in beiden bin ich SL und die Gründe dafür sind die bereits aufgezählten.

Ja ich denke Verantwortung und Aufwand machen einen ziemlich großen Teil davon aus.
Es ist genau wie in allen anderen Bereichen des Lebens, es gibt viele die gerne mitmachen, aber vorne stehen und eine Gruppe anführen bzw. “leiten” gelingt und liegt nicht jedem.

Vor allem in D&D5e, wo der Großteil der Rechenleistung auf dem GM liegt und die Spieler fast nichts machen müssen, außer entspannen und auf die Geschichte reagieren, kann man die Diskrepanz sehen.
Das hat mir persönlich auch nicht gefallen. Finde ich jetzt in Pathfinder 2e schon angenehmer, da die Regeln dort super solide und alle kostenlos online verfügbar sind, somit kann jeder Spieler beitragen statt auf den GM zu warten.

Aber zurück zum Punkt, es erfordert von dir auch, Konflikte eingehen bzw. lösen zu können. Wenn du einen Spieler hast, dessen Verhalten die anderen überschattet oder sogar stört, dann musst du als “Anführer” diese Probleme lösen können. Kann auch nicht jeder.

Aufwand ist wie oben schon gesagt ein riesen Punkt. Du musst die Regeln nicht nur überflogen haben, sondern wirklich verstehen und erklären können.
Viele vor allem neue Spieler, die, wie der Poster über mir erwähnt hat, von TTRPGs/Pen & Paper hören, hören einfach nur, dass es “coole Spiele” sind. Sie möchten sich einfach dazu setzen und am liebsten so wenig wie möglich “Hausaufgaben” machen, denn das ist ja langweilig. Habe ich in D&D5e Kreisen leider zu oft gesehen (ok sorry jetzt höre ich mit dem haten dagegen auf).
Für viele ist es einfach abschreckend, sich für ein Hobby/Zeitvertreib “Arbeit” machen zu müssen.

Und zuletzt, verbunden mit dem Punkt davor, ist einfach nicht jeder gleich stark von solchen Systemen fasziniert. Habe schon mehrmals gelesen, dass einige Spieler sich gar nicht für das System interessieren, welches sie spielen, sondern einfach nur mit dem Leuten der Gruppe abhängen wollen.

Als der Glückliche, der in die Rolle des Spielleiters schlüpfen darf, weil es ja sonst keiner machen will:

  • Die Vorbereitung des Szenarios kostet Zeit und Mühen
  • Man muss den Spielern in den Popo treten, damit sie auch zeitig das Regelwerk lesen und ihren Charakter erstellen
  • Man muss alles organisieren
  • Man leitet das Spiel, schlüpft in alle NSC-Rollen, würfelt für die Gegner und improvisiert wenn die Spieler verrückte Ideen haben auf die ich nicht gekommen bin

Die meisten Menschen sind leider nicht an der Rolle und den Verpflichtungen des Spielleiters interessiert.

1 „Gefällt mir“

Außerdem ein wichtiger Faktor: sehr viele neue Spielende sind durch actual plays auf das Hobby aufmerksam geworden. Und gerade wenn man sich die ‘professionellen’ Spielleitungen anschaut und als Maß der Dinge aufnimmt, kann es sehr schnell entmutigend werden. Denn sind wir mal ehrlich; die meisten von uns werden nicht das gleiche Level wie Critical Roll erreichen, denn dort steht einfach was ganz anderes dahinter, womit sich ein Heimspiel nicht vergleichen lässt, was aber gerade viele Neulinge, die noch keine andere Berührung mit dem Thema hatten, so nicht sehen. Und wenn man denkt, dass man alles, was in diesen Produktionen geboten wird, selbst auch als SL abliefern muss … fangen viele wahrscheinlich lieber gar nicht erst an.

Ich würde auch sagen, dass viele D&D spielen wollen weil sie es aus Medien kennen, ich aber keinen SL kenne der D&D leiten will, sondern lieber ganz andere Regelwerke.

Geht mir genauso, ich werde nie D&D leiten und für andere Angebote interessieren sich sehr wenige Spieler.


Zur zweiten Frage: Ich glaub nicht das es was mit trauen zu tun hat, sondern mit der “Verantwortung” und Aufwand was mit dem Leiten einhergeht. Und man muss ganz oft den Spielern hinterherlaufen, damit die ihre dinge tun die sie tun sollten. Da fängt es schon mit zu oder absagen für Runden an.

@Franz
Ich glaube, da könnte man hier jetzt ganze Romane und psychologische Analysen ausführen, um deine Frage auch nur annähernd zu beantworten.
Dieses Thema wird seit den ersten Tagen des Internets und seinen Rollenspielforen immer wieder mal aus den Tiefen der Fragekiste hervorgeholt. Und die Antworten sind so vielfältig, wie es nur sein kann.
Alles was hier zu diesem Thema geschrieben wird, ist in den letzten 20 Jahren schon irgendwo anders geschrieben worden.

Hey zusammen,
erstmal danke für eure super Antworten – da sind echt spannende Gedanken dabei.

  1. Dass Pen & Paper wieder mehr in den Fokus rückt, finde ich erstmal richtig gut. Klar, Neulinge werden nicht direkt als SL loslegen, das sehe ich auch so. Aber wer heute neu anfängt, könnte ja morgen schon ein Profi sein – die Lernkurve ist ja nicht so steil, oder? Ich fände es schon okay, wenn jemand z. B. sechs Abenteuer mitspielt und dann mal eins leitet. Oder ist das zu viel verlangt? selbst 10 zu 1 wäre eine viel bessere Quote als heute, oder?

  2. Das mit den „Hausaufgaben“ fand ich als Begriff sehr interessant das wirft die Frage auf: Was ist eigentlich Pflicht und was ist Spaß? Wenn Spieler die Mechaniken ihres Charakters verstehen und einen Levelaufstieg vorbereiten müssen, ist das schon Pflicht? Wenn ja, dann stimmt doch was nicht, finde Ich. Wenn das schon als Arbeit gilt, könnte das echt abschreckend sein – dabei sollte es doch Spaß machen, oder?

  3. Und dann die Sache mit Critical Role: Die machen das echt fantastisch, keine Frage! Aber ich hab auch schon viele kleinere oder mittelgroße Streams gesehen, wo die Spielleiter richtig gut sind. Sollte ein spielerische Ansatz nicht über Startschwierigkeiten hinweghelfen? Ich meine, wir kennen doch alle die durchschnittliche Qualität einer Abenteuerrunde – da wird nichts Übermenschliches verlangt, und trotzdem haben alle Spaß. Ich finde es aber auch toll, dass es Vorbilder wie Matt Mercer gibt, die einen inspirieren können.

Bin gespannt, was ihr dazu sagt

Sehe es ähnlich wie @Flammraijl im Grunde hat sich an der Situation in den letzten Jahrzehnten wenig geändert. Kurz: viele Leute sind zu faul zum Leiten. Das ist Arbeit, Verantwortung und auch Führung. Die Menschen wollen zwar ihren freien Willen und so, aber entscheiden will niemand. Was dann zu “man traut sich nicht” führt.

Zu 1. Als ich mit dem Hobby angefangen habe, heiß es: „Leite oder spiele gar nicht“. Dann fängt man halt daheim am Tisch an, als Neuling mit dem Leiten, sofort. Ich kann eigentlich nur dazu ermuntern, es ähnlich zu machen. Da gibt es wenig zu lernen. Ähnliches hat man im Kindergarten ständig gespielt. Man muss sich nur daran erinnern ein Kindskopf zu sein.
Aber ja, mein Einstieg war nicht D&D, das hat mir damals schon nicht zu gesagt und eine feste D&D Gruppe würde ich nie leiten, weil ich keine Lust hätte die Kämpfe vorzubereiten. Oder mich mit Level von SCs und NSCs zu beschäftigen.

Zu 2. Es ist wie in einem Mannschaftssport. Ja, ein gewisser Teil ist Arbeit und ja ein gewisser Teil ist Pflicht. Das fängt mit sei pünktlich oder sag rechtzeitig ab an. Auch wenn es keinen Spaß macht zuverlässig zu sein, macht es meinen Mitspielenden doch weniger Spaß, wenn ich es nicht bin.

Zu 3. Hat bestimmt einen Einfluss, aber da kann ich nicht mitreden, weil ich keine Sekunde irgendeines “Lets play” geschaut hab. Es gibt doch kaum etwas langweiligeres als anderen beim Rollenspielen zu zugucken. :laughing:

2 „Gefällt mir“

Dem kann ich nichts hinzufügen @hexe :wink:

Aber so schlimm empfinde ich das nicht mit dem DnD Kämpfe vorbereiten. Manchmal habe ich sogar die Befürchtung, dass die Helden es nicht schaffen und bin immer froh, wenn sie es dann doch noch schaffen. Diese Kämpfe gehen dann in die epische Geschichte ein :wink:

Die meiste Arbeit ist für mich das Erstellen der eigenen Battlemaps mit Dungeondraft, weil ich sie so haben will, wie ich sie haben will und die ganze Abenteuer-Umsetzung auf Foundry. Da ist es am Tisch schon sehr viel entspannter und benötigt weit weniger Vorbereitung.
Ich sag mal Tischrunde: 2-3 Stunden Vorbereitung für 1-2 Stunden Spiel, Online 10 Stunden für eine Stunde, aber ich bin da auch echt der Vorbereitungsnerd :wink: und will es extrem immersiv machen …

1 „Gefällt mir“

Hey, da sprichst du echt was an, das mir auch schon aufgefallen ist! Diese „verrückten Ideen“ der Spieler können echt ein zweischneidiges Schwert sein. Oft ist das sehr lustig abermanchmal wird die Runde dadurch zur reinen Komödie und als Spielleiter stehst du da und denkst: „Wie soll ich darauf reagieren“ Ich finde, das kann das Leiten echt abschreckend machen. Du investierst Zeit in eine Story, und dann wird’s plötzlich Ritter der Kokosnuss. Es kann aber auch sein, dass ich dich hier missverstehe. Wie gehst du damit um?

Vergiss die Story und lass sie die Spielerenden schreiben. :wink:
Lösungswege denke ich mir schon lange nicht mehr aus, da haben die SCs genug Ideen.

Und genau das spare ich mir lieber (und würde es mal mit zu Kämpfe vorbereiten zählen). Da bin ich lieber spontaner und skizziere mit dem Bleistift irgendwas, nehme Gummibären als Figuren und Würfel als Gelände. In einem Kampfsystem das kein Grid braucht. Fertig.
Auch ein Grund warum ich nicht online leite, das ganze Zeug einpflegen ach nö… und dann braucht man es am Ende gar nicht.

Wir kennen die durchschnittliche Qualität einer Runde, aber nicht jeder Neuling, der durch die Medien ein auf bestimmte Weise eingefärbtes Bild des Spiels hat.

Wenn man Mercer als Vorbild hat, ist das eine Sache, ihn aber als Standard zu betrachten, etwas ganz anderes.

1 „Gefällt mir“

Ich glaube ja nicht, dass jemand, realistischerweise, critical role als maß der Dinge ansieht und wenn doch klärt sich das Missverständnis wohl am ersten Abend. Es sind meiner Meinung ja auch nicht die “neuen” die man als SL gewinnen möchte. Aber man kann bei critical role viel lernen. Man kann sich den einen oder anderen NPC abschauen, man kann eine Idee dafür entwickeln wie man eine Geschichte erzählt oder wie man mit Regelungenauigkeiten umgehen kann. Ich finde das ist wie bei jedem Sport/Hobby die Profis haben einen Einfluss aber keiner erwartet ernsthaft dieses Level, es sei denn man ist selbst Profi aber dann sucht man wohl kaum Spieler oder Spielleiter auf der Basis eines Forums oder dergleichen, oder was meinst du?

Viele Neulinge kamen/kommen aber nun mal über CR zu dem Hobby und anders als beim Sport, der eine ganz andere Öffentlichkeitswahrnehmung besitzt, sind viele davon erstmal ohne Referenz. Klar werden einige irgendwann ‘desillusioniert’, aber ich könnte mir vorstellen, dass es da eine zeitliche Verschiebung gibt, während der einfach viele Spielwillige da sind, die sich aber nicht an die Rolle der SL wagen und dadurch ein Überhang an Spielern zustande kommt (zumindest teilweise, ich behaupte ja nicht, dass es der einzige Grund ist). Es gibt Leute, die seit Jahren D&D spielen und sich nicht mal bewusst sind, dass es andere Spiele/Systeme gibt. Warum soll es da nicht auch den ein oder anderen geben, der Mercer als ‘selbstverständlich’ betrachtet und sich zu unrecht an ihm misst? Dann gibt es noch diejenigen, die selbst nicht leiten wollen, aber von ihren SL Leistungen wie bei Mercer erwarten und so Druck aufbauen.

Im Grunde genommen kann ich nur jene Argumente wiederholen, die schon von einigen geschrieben worden sind:
Zum einem ist das der Zeitaufwand. Wobei man fairerweise sagen sollte, dass es auch Spieler gibt, die jetzt nicht unbedingt so viel Frei-Zeit haben. Neben Job und Familie gibt es noch andere Interessen. Und dieses kostet halt alles Zeit. Und man sollte jetzt nicht unbedingt von einem Spieler, der die SL machen soll, verlangen, dass er an den anderen Sachen “knabsen” soll, damit jede Woche alles für die samstägliche Rollenspielrunde bis aufs i-Tüpfelchen vorbereitet ist.

Ich muss zugeben, ich kenne diesen Critacal Role jetzt nicht, habe gerade mal auf YT geschaut und gesehen, dass alles auf Englisch ist, so dass ich mich da gar nicht erst durchschaue.
Aber das bräuchte ich auch nicht, um ähnliche Vergleiche zu ziehen. Ich sehe das Agieren eines Spielleiters (der vielleicht schon einige Jahre Erfahrung hat) und bilde mir ein, dass von mir als dann neue SL, der gerade einmal seine ersten vorsichtigen Tapser macht, genauso gut sein MUSS wie der bisherige SL.
Das wird einfach von mir erwartet.
Ich kann mir sogar vorstellen, dass es tatsächlich Spieler gibt, die es wirklich von jemanden erwarten. Getreu dem Motto: Alter, Du hast jetzt 10 mal gespielt, da müsste Dir das Leiten doch in Fleisch und Blut übergegangen sein.

Natürlich ist das ein falsches Denken, man stellt eine Erwartung an einen Anfänger, dass er sich wie ein “Profi” zu verhalten hat.
Und wenn das passiert, kann es durchaus passieren, dass der SL dann sagt: Nee, nie wieder. Ich steige nicht mehr aufs Fahrrad, ich laufe jetzt lieber weiter, bin also Spieler statt Spielleiter.

Unter Umständen kommt noch ein weiterer Denkfehler zum Tragen (ist jetzt aber nur eine Vermutung, kein wirkliches Wissen): Ich müsste ja um zu leiten mir die Bücher kaufen. Und das reißt mir ein ordentliches Loch in meine Portemonnaie. Und dann klappt das nicht so, wie ich es mir erhoffe. Nee, da mache ich lieber keine SL (bevor jemand ankommt und sagt: Es gibt aber haufenweise kostenlose und kostengünstige Regelwerke: Ja, stimmt. Aber wie hier im Forum schon so mancher schrieb: nicht wenige Rollenspieler tragen bei Systemen Scheuklappen, schauen nicht über den Tellerrand, lassen sich auf nichts anderes ein als auf IHR System. Und wenn man nicht gerade eine experimentierfreudige Gruppe hat, die offen ist für neue Systeme, gar andere Genre, warum sollte man dann Zeit für die Ausarbeitung investieren, wenn das Neue von vornherein abgelehnt wird?)

Und dann kann ich mir vorstellen, dass es einfach Menschen gibt, die kein wirkliches Argument vorbringen können als “Ich will einfach nur Spieler sein”.

1 „Gefällt mir“

Wenn ich das richtig verstehe, meinst du das innerhalb einer bestehenden Gruppe. Also, der übliche Spielleiter mit viel Erfahrung, der wird zur Messlatte. Ich glaube auch, dass das stimmt. Ist es nicht überall im Leben so? Der Schichtleiter hat Urlaub und du machst Vertretung. Der Mittelstürmer ist Krank und du rückst auf seine Position. Natürlich haben, wie soll man sagen, “Leistungsträger” einen Einfluss aber das finde ich gar nicht schlimm. Man schaukelt sich hoch zu neuen Bestleistungen und jeder Spieler könnte Teil des Prozesses sein. Wenn sich herausstellt, dass jemand noch überhaupt nicht bereit ist, dann ist das eben so und man stellt noch mal um, aber ein Versuch schadet doch nicht oder? Das ist ja auch irgendwie eine Frage der Gerechtigkeit. Jeder weiß, dass der SL, in der Regel, auch mal gerne Spieler sein möchte, das über Jahre zu übergehen finde ich auch recht egoistisch, wie siehst du das?

Mit dem Geld, dass im Zweifel immer der SL zahlen muss, ist ein Punkt, in dem ich dir zustimme.

Sind das nicht alles Schauspieler und ist gescriptet?
Nutze kein YT daher kenn ich es nur vom Hörrnsagen. Wenn man sich daran misst hat man den Schuss nicht gehört.

Ich bin kein CR Fan (habe noch keine einzige Folge gesehen), aber nach diversen Videos, die sich mit dem Thema beschäftigten, glaube ich eher nicht, dass es gescripted ist. Ich denke eher, dass das eine typische hater-Aussage ist. Klar, es ist eine Produktion, die sich erheblich von einer Heimrunde unterscheidet (auch wenn ihre Ursprünge in ebenso einer liegen), aber viele Neulinge, die noch keine praktische Berührung hatten, sehen den Unterschied nicht sofort. Klar, wir, welche die Erfahrung besitzen, wissen das alles, aber man sollte eben nicht von sich pauschal auf andere schließen, weder im positiven, noch im negativen Sinn.

Das kommt auf die Situation an.
Ich spiele auf Offenen Bühnen Comedy, weil ich mir erhoffe, dass ich eines Tages damit meinen Lebensunterhalt verdiene. Offene Bühnen sind derzeit deswegen mein Feld, weil ich Erfahrungen sammeln will, mich dadurch verbessern, dass ich übe.
Manchmal kommt es vor, dass mal ein enttäuschter Zuschauer äußert, dass [hier den Namen eines bekannten Comedians nach Wahl einsetzen] doch wesentlich besser sei.
Für mich ein Zeichen, dass das Publikum auf irgendeine Art und Weise konditioniert ist und eben erwartet, dass der Mensch, der vorne steht und sein Programm spielt, zumindest an die ganzen erfolgreichen Comedians heranreichen muss. Ansonsten heißt es Daumen runter, braucht man sich kein zweites Mal antun.

Diese Aussage ist für mich ein zweischneidiges Schwert.
Natürlich kann ich nachvollziehen, dass ein SL auch gerne einmal das Zepter abgeben und “nur” Spieler sein möchte (wobei man eigentlich sagen kann, das auch ein SL ein Spieler ist, aber ich weiß, worauf Sie hinauswollen).
Auf der anderen Seite halte ich es für unfair, wenn ein SL jetzt ankommt und sagt: “So, dieses Abenteuer ist beendet. Nun macht einer von Euch den DM. Am besten du, [Name].”
Da halte ich es für sinnvoller zu sagen: Ich suche mir mal für ein Wochenende eine Onlinegruppe für einen Oneshot oder für ein oder zwei Tage in der Woche eine Onlinegruppe für einen Few Shot, damit ich mal wieder Spieler statt Spielleiter sein kann.

In meinen Augen sollte die Entscheidung, Spielleiter sein zu wollen, intrinsisch sein. Auf keinen Fall sollte dies fremdbestimmt sein.
Wir sind eine Gruppe bestehend aus 5 Personen: 2w/3m. Auch wenn wir Männer gerne mal den Flachs machen und sagen: Na, jetzt kann doch mal eine von Euch Frauen leiten, so wissen wir doch, dass dies nicht passieren wird.
Ist im Grunde genommen nicht so dramatisch, weil wir drei Männer den SL machen. Aber wir machen es, weil wir es uns ausgesucht haben, weil wir den inneren Wunsch verspürten, selber mal ein SL zu sein.

Darum sehe ich es auch nicht unbedingt als egoistisch an, wenn die Spieler es übergehen, wenn sie lieber den SL als SL lassen wollen. Zwar kann man sie mal ein bisschen anstupsen und fragen, ob sie nicht mal selber Lust haben, sich der Herausforderung zu stellen und ein kurzes Abenteuer zu leiten, getreu dem Motto Der Appetit kommt beim Essen.
Aber es sollte halt freiwillig sein.
Auf keinen Fall unter Zwang (Du machst jetzt! Basta!)

Aber das ist jetzt nur meine unmaßgebliche Meinung.