Im Grunde genommen kann ich nur jene Argumente wiederholen, die schon von einigen geschrieben worden sind:
Zum einem ist das der Zeitaufwand. Wobei man fairerweise sagen sollte, dass es auch Spieler gibt, die jetzt nicht unbedingt so viel Frei-Zeit haben. Neben Job und Familie gibt es noch andere Interessen. Und dieses kostet halt alles Zeit. Und man sollte jetzt nicht unbedingt von einem Spieler, der die SL machen soll, verlangen, dass er an den anderen Sachen “knabsen” soll, damit jede Woche alles für die samstägliche Rollenspielrunde bis aufs i-Tüpfelchen vorbereitet ist.
Ich muss zugeben, ich kenne diesen Critacal Role jetzt nicht, habe gerade mal auf YT geschaut und gesehen, dass alles auf Englisch ist, so dass ich mich da gar nicht erst durchschaue.
Aber das bräuchte ich auch nicht, um ähnliche Vergleiche zu ziehen. Ich sehe das Agieren eines Spielleiters (der vielleicht schon einige Jahre Erfahrung hat) und bilde mir ein, dass von mir als dann neue SL, der gerade einmal seine ersten vorsichtigen Tapser macht, genauso gut sein MUSS wie der bisherige SL.
Das wird einfach von mir erwartet.
Ich kann mir sogar vorstellen, dass es tatsächlich Spieler gibt, die es wirklich von jemanden erwarten. Getreu dem Motto: Alter, Du hast jetzt 10 mal gespielt, da müsste Dir das Leiten doch in Fleisch und Blut übergegangen sein.
Natürlich ist das ein falsches Denken, man stellt eine Erwartung an einen Anfänger, dass er sich wie ein “Profi” zu verhalten hat.
Und wenn das passiert, kann es durchaus passieren, dass der SL dann sagt: Nee, nie wieder. Ich steige nicht mehr aufs Fahrrad, ich laufe jetzt lieber weiter, bin also Spieler statt Spielleiter.
Unter Umständen kommt noch ein weiterer Denkfehler zum Tragen (ist jetzt aber nur eine Vermutung, kein wirkliches Wissen): Ich müsste ja um zu leiten mir die Bücher kaufen. Und das reißt mir ein ordentliches Loch in meine Portemonnaie. Und dann klappt das nicht so, wie ich es mir erhoffe. Nee, da mache ich lieber keine SL (bevor jemand ankommt und sagt: Es gibt aber haufenweise kostenlose und kostengünstige Regelwerke: Ja, stimmt. Aber wie hier im Forum schon so mancher schrieb: nicht wenige Rollenspieler tragen bei Systemen Scheuklappen, schauen nicht über den Tellerrand, lassen sich auf nichts anderes ein als auf IHR System. Und wenn man nicht gerade eine experimentierfreudige Gruppe hat, die offen ist für neue Systeme, gar andere Genre, warum sollte man dann Zeit für die Ausarbeitung investieren, wenn das Neue von vornherein abgelehnt wird?)
Und dann kann ich mir vorstellen, dass es einfach Menschen gibt, die kein wirkliches Argument vorbringen können als “Ich will einfach nur Spieler sein”.